Ostern kälter als Weihnachten: Eier im weißen Nest
Das Eiersuchen zum Osterfest ist in diesem Jahr frostig ausgefallen. In einigen Teilen Deutschlands wurden Kälterekorde gemessen, in höheren Lagen im Südwesten, in Südbayern und auf dem Brocken lag Schnee. Jetzt soll es milder werden - und regnen.
Hamburg - Verrückte Wetterwelt: Ostern war es kälter als vergangene Weihnachten. Während der Heilige Abend 2011 mit Tagesmitteltemperaturen zwischen acht und zwölf Grad im Norden recht mild ausgefallen war, wurde Ostern bei nur etwa drei Grad in Vorpommern und acht Grad rund um Hamburg kräftig gefröstelt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte.
Schuld war Tief Yvonne, das die Temperaturen in der Nacht zum Sonntag auf Werte bis zu minus sechs Grad Celsius sinken ließ. Nur westlich von Rhein und Neckar blieb das Thermometer mit etwas über null Grad Celsius über dem Gefrierpunkt. Kälter war es an einem Ostersonntag in den vergangenen 50 Jahren laut DWD nur 2008 - da lag der Feiertag aber auf dem 24. März.
Es wurden sogar einige Kälterekorde gemeldet: In Jagel bei Schleswig, wo seit 1947 gemessen wird, sei diese Nacht mit minus 4,4 Grad die kälteste an einem 8. April gewesen, sagte Meteorologe Christoph Hartmann. Auch aus Laage bei Rostock sei mit minus 4,7 Grad ein neuer Rekord vermeldet worden. Der kälteste Ort in den Niederungen war demnach Leck nahe der Grenze zu Dänemark mit minus 6,1 Grad.
In einigen Teilen Deutschlands konnten die Ostereier sogar im Schnee versteckt werden. Im Süden Bayerns schneite es örtlich heftig. Die Polizei riet zu Winterreifen und Schneeketten. Auch die höheren Lagen in Oberschwaben und im Allgäu sowie die Schwäbische Alb und der Schwarzwald waren von einer dünnen Schneedecke überzogen.
Auf die Kälte folgt Regen
Ganz in Weiß präsentiert sich zurzeit auch der Brocken im Harz: Zwei Zentimeter Neuschnee bedecken seit Freitag das Plateau des höchsten Berges in Norddeutschland, wie die Betreiber des 1140 Meter hoch gelegenen Brocken-Hotels sagten. Die Temperaturen bewegten sich um winterliche acht bis zehn Grad - unter Null. Außerdem fegten Windböen mit bis zu 85 Kilometer pro Stunde über den Gipfel hinweg.
In den nächsten Tagen soll es überall etwas milder werden. An Oder und Neiße sei es am Ostermontag zunächst noch trocken, von Westen aber ziehe Regen über das Land, prognostiziert DWD-Meteorologe Hartmann. Am Morgen werde in der Südosthälfte noch einmal leichter, teilweise auch mäßiger Frost bis minus sechs Grad erwartet. "Schnee kann es in Höhenlagen geben, sonst ist es bedeckt", sagte Hartmann. Die Temperaturen lägen zwischen 5 und 13 Grad. Die Höchstwerte würden im Südwesten erreicht.
In den USA war es offenbar deutlich milder als in Deutschland: Präsident Barack Obama ging mit Gattin Michelle und den beiden Töchtern spazieren - und die Damen trugen alle Kleider mit nackten Beinen.
siu/dpa/dapd
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