Suche nach Schätzen des Drogenbarons Käufer lässt Escobars Villa abreißen

Christian de Berdouare hofft auf Bargeld, Gold und Schmuck. 2014 kaufte er für knapp zehn Millionen Dollar die ehemalige Villa des Drogenbosses Pablo Escobar in Miami Beach. Nun nimmt er das Gebäude systematisch auseinander.

AFP

680 Quadratmeter, Strandlage, großer Pool: Die ehemalige Villa von Pablo Escobar ist eigentlich ein Schmuckstück. Trotzdem wird sie nun abgerissen - weil ihr jetziger Besitzer auf verborgene Beute des 1993 getöteten kolumbianischen Drogenbosses hofft.

"Escobar hatte die Angewohnheit, in allen seinen Häusern Geld zu verstecken", sagte der Gründer der US-Restaurantkette Chicken Kitchen, Christian de Berdouare, zu seiner Entscheidung. Nach seinen Angaben hat der Abriss bereits am Montag begonnen und könnte bis zu drei Wochen dauern.

Berdouare hatte das Anwesen im Jahr 2014 für knapp zehn Millionen Dollar gekauft. Er ist fest davon überzeugt, dass sich die minutiöse Suche nach einem Versteck lohnt. Er habe dafür ein ganzes Team von Experten mit Metalldetektoren, Sonargeräten und anderen Apparaten angeheuert, sagte der Unternehmer.

Er rechne mit allem, "Bargeld, Gold, Schmuck, Leichen", so Berdouare. Auf dem Anwesen soll nach seinen Angaben anschließend eine noch größere und imposantere Villa entstehen.

US-Marshals hatten das Anwesen 1987 beschlagnahmt - zusammen mit einigen weiteren Immobilien aus dem Besitz des Medellin-Kartells, darunter ein Mietshaus mit 240 Wohnungen in Fort Lauderdale.

Escobar galt als mächtigster Drogenboss der Welt. Den Kokainhandel verwandelte er in den Achtzigern von einem Kleinkriminellen-Geschäft in eine straff, brutal und effektiv organisierte Großindustrie. Zeitweilig soll er an der Spitze des berüchtigten Medellin-Kartells 80 Prozent der globalen Kokainverkäufe kontrolliert haben - mit einem Verdienst von mehr als 1,5 Millionen Dollar pro Tag. 1993 wurde er von kolumbianischen Sicherheitskräften erschossen.

wit/AFP



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