"Palm"-Eröffnung in Dubai Mega-Show für Superreiche

Das größte Feuerwerk der Geschichte, 1,7 Tonnen Hummer und Übernachtungskosten von 25.000 Dollar: Vor der Küste Dubais wurde die erste künstliche Insel "Palm Jumeirah" eröffnet. Stars aus aller Welt reisten an, Boris Becker vertrat Deutschland - die potentiellen Urlauber ließen es krachen.


Dubai - 15 Minuten leuchtete der Himmel über Dubai, die Nacht wurde zum Tag am Persischen Golf. Dann waren die hunderttausend Feuerwerkskörper, die zuvor auf "The Palm Jumeirah" verteilt worden waren, erloschen - und die arabische Halbinsel um eine Attraktion reicher.

Für 1,5 Milliarden Dollar wurde die künstliche Insel aus dem Wasser gestampft - eines der weltweit spektakulärsten Bauprojekte der vergangenen Jahre. Kernstück der palmenförmigen Insel ist das Hotel Atlantis, das den Supererreichen dieser Welt einen standesgerechten Aufenthaltsort in Dubai bieten soll.

Zur Eröffnung reisten potentielle Luxusurlauber aus der ganzen Welt an. Ihnen wurden vor dem Feuerwerk unter anderen 1,7 Tonnen Hummer, 4000 Austern, 50 Kilogramm Gänseleber, 1000 Wachteleier und 5000 Sushi serviert. Für die Pyrotechnik engagierte man den Mann, der schon das Feuerwerk bei den Olympischen Spielen in Peking verantwortet hat: Phil Grucci.

Die Festlichkeiten, die noch bis Freitagabend dauern, finden im zentralen Hotel "Atlantis The Palm" statt, das ebenfalls in der Nacht zum Freitag offiziell in die erste Saison startete - und in dem eine Nacht in einer Luxussuite 25.000 Dollar kostet.

Über den roten Teppich liefen unter anderem US-Schauspieler Denzel Washington, seine Kollegin Charlize Theron, Sängerin Janet Jackson, US-Basketballer Michael Jordan, "Bollywood"-Star Shahrukh Khan sowie Boris Becker .

Auch Robert De Niro sparte sich den langen Gang über den roten Teppich und ließ sich auf Nebenwegen zu dem Abendessen führen.

Den Adel repräsentierten mehrere Mitglieder des Herrscherhauses von Dubai - sowie Sarah "Fergie" Ferguson, Herzogin von York und Ex-Frau von Prinz Andrew, um die es in der letzten Zeit eher ruhig geworden war. Im Gegensatz zu anderen Prominenten scheuchte sie den Auftritt vor den Kameras nicht. Fast eine Stunde brauchte sie, um vom einen Ende des roten Teppichs zum anderen zu gelangen. Ihr gefalle Dubai, denn dort werde nicht nur geträumt, sondern würden Träume auch erfüllt, verkündete sie.

Ähnlich euphorisch zeigte sich Investor Sultan Ahmed Bin Sulayem: "Wir haben Sand und Sonne, aber die Leute wollten auch Strände - und die haben wir nun. Wo wir heute stehen, war vor fünf Jahren noch Wasser."

Die Sängerin Kylie Minogue soll für ihren Auftritt rund vier Millionen Dollar erhalten haben. Bei ihrer einstündigen Show zeigte sie vergleichsweise wenig Haut - "aus Respekt vor den Gepflogenheiten des Landes".

Die "Auferstehung" der Mythen umwobenen versunkenen Stadt Atlantis in Form des ersten Hotels der Insel wurde von Bollywood-Star Priyanka Chopra, einer ehemaligen Miss World, zelebriert. Sie erschien als "Göttin von Atlantis" auf der Bühne.

"The Palm Jumeirah" ist die erste von insgesamt fünf geplanten künstlichen Inseln vor der Küste Dubais. An ihr wurde sieben Jahre lang gebaut, streckenweise mit 40.000 Mann am Tag. Mehr als hundert Millionen Kubikmeter Erde und Steine wurden bewegt. Das neue Eiland verlängert die Küstenlinie des Golfstaates um knapp hundert Kilometer.

han/AP/dpa



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