Panik an Bord US-Flugzeug mit Kampfjets nach Boston umgeleitet

Riesenaufregung in Boston: Eine Maschine der US-Fluggesellschaft United Airlines ist auf dem Weg von London nach Washington nach einem Zwischenfall an Bord in die Stadt an der Ostküste umgeleitet worden. Das Flugzeug wurde geräumt, das Gepäck auf dem Rollfeld ausgebreitet und durchsucht.


Boston/München – Laut einer Sprecherin der US-Luftfahrtbehörde wurde die Maschine von Kampfjets eskortiert und konnte sicher in Boston landen. Der Pilot hatte zuvor einen Notruf abgesetzt, dass es an Bord einen Tumult gebe. Die Frau, die den Wirbel verursacht hatte, habe angegeben, sie sei in Panik geraten und habe dann eine Meinungsverschiedenheit mit der Crew gehabt, sagte ein Flughafensprecher.

Maschine der United Airlines am Bostoner Flughafen
AP / WHDH Boston / CNN

Maschine der United Airlines am Bostoner Flughafen

Ersten Berichten zufolge hatte die 60-jährige einen Schraubenzieher, Streichhölzer, Vaseline und einen Notizzettel ausgepackt, auf dem von der Terrororganisation al-Qaida die Rede war. Der US-Nachrichtensender CNN hatte sich dabei auf einen Flughafensprecher berufen. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte wies das zurück und fügte hinzu, es gebe keine Hinweise auf einen Terrorakt. Es handle sich aber dennoch um einen ernsten Zwischenfall, sagte eine FBI-Sprecherin. "Das war keiner von diesen 'Ich möchte noch ein Getränk'-Vorfällen", sagte sie. Schließlich habe die Aufregung dazu geführt, das Flugzeug umzuleiten.

CNN zeigte Bilder der Maschine, die auf dem Bostoner Flughafen steht. Alle Passagiere sind inzwischen von Bord. Das Gepäck der Fluggäste ist um die Maschine herum ausgebreitet und wird mit Spürhunden durchsucht. Etliche Polizeiwagen stehen auf dem Rollfeld. An Bord waren 182 Fluggäste und zwölf Crewmitglieder, die nun befragt werden sollen.

An Flughäfen vor allem in Großbritannien und den USA führen die Sicherheitskräfte zurzeit verschärfte Kontrollen durch. Grund ist ein mutmaßlicher Terrorplot, den die britische Polizei verhindert hat. Dem Plan zufolge wollten Terroristen mehrere Flugzeuge auf dem Weg von Großbritannien in die USA in die Luft sprengen. Seitdem dürfen Fluggäste weder Flüssigkeiten noch Cremes mit an Bord nehmen. Weiteres Detail: Zwei der vier am 11. September 2001 entführten Flugzeuge waren Maschinen der United Airlines gewesen.

ffr/rtr/AP



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knarfe, 15.08.2006
1.
---Zitat von sysop--- Nach den vereitelten Anschlägen in London gelten dauerhafte Einschränkungen beim Fluggepäck als wahrscheinlich. Sind die harten Regelungen gerechtfertigt? Welche Auswirkungen wird dies auf den Reiseverkehr haben? ---Zitatende--- Die Hysterie und der Aktionismus mit den jedesmal auf einen Terroranschlag, bzw. in diesem Fall, auf einen glücklicher Weise verhinderten, ist einfach unerträglich. Eine solche Behinderung des Luftverkehrs, also eines Teils unseres normalen Lebens, sollten wir den Terroristen dieser Welt einfach nicht erlauben. Was kommt denn sonst als nächstes? Leibesvisitation? Könnte ja sein, das jemand den Sprengstoff oder Zutaten dazu irgendwo am oder im Körper versteckt? Ich persönlich (als regelmäßiger Flugpassagier) bin jedenfalls bereit mit einem Restrisiko zu leben.
Joachim Baum 15.08.2006
2.
---Zitat von sysop--- Nach den vereitelten Anschlägen in London gelten dauerhafte Einschränkungen beim Fluggepäck als wahrscheinlich. Sind die harten Regelungen gerechtfertigt? Welche Auswirkungen wird dies auf den Reiseverkehr haben? ---Zitatende--- Oh, ich hätte da einen Tipp für Frachtflugunternehmen ... (sowas könnte die Wirtschaft weiter ankurbeln, just in time, da kennen die sich aus) Bis dann mal einer auf dei Idee kommt, "bombige" Limonade vor dem Flug zu trinken, dann haben wir wieder ein neues Problem.
gast21, 15.08.2006
3. Ditto
---Zitat von knarfe--- Die Hysterie und der Aktionismus mit den jedesmal auf einen Terroranschlag, bzw. in diesem Fall, auf einen glücklicher Weise verhinderten, ist einfach unerträglich. Eine solche Behinderung des Luftverkehrs, also eines Teils unseres normalen Lebens, sollten wir den Terroristen dieser Welt einfach nicht erlauben. Was kommt denn sonst als nächstes? Leibesvisitation? Könnte ja sein, das jemand den Sprengstoff oder Zutaten dazu irgendwo am oder im Körper versteckt? Ich persönlich (als regelmäßiger Flugpassagier) bin jedenfalls bereit mit einem Restrisiko zu leben. ---Zitatende--- Schritt für Schritt ereichen die Terroristen also genau was sie wollen - den Angriff auf das was wir mal als "Freiheit" bezeichnen konnten.....
GLH, 15.08.2006
4. Lösungen sind gefragt
---Zitat von knarfe--- Die Hysterie und der Aktionismus mit den jedesmal auf einen Terroranschlag, bzw. in diesem Fall, auf einen glücklicher Weise verhinderten, ist einfach unerträglich. Eine solche Behinderung des Luftverkehrs, also eines Teils unseres normalen Lebens, sollten wir den Terroristen dieser Welt einfach nicht erlauben. Ich persönlich (als regelmäßiger Flugpassagier) bin jedenfalls bereit mit einem Restrisiko zu leben. ---Zitatende--- Was bedeutet das denn, "den Terroristen nicht erlauben" Sollen wir Ihnen das per order die mufti "verbieten"...? Jetzt sind erst mal Lösungen gefragt, d.h. eben Verbote der Gepäckmitnahme - such easy! Was sonst? Und Ihr geliebtes "Restrisiko" tragen Sie mal bitteschön ganz alleine! Ohne das Gepäck der berechtigterweise skeptischen Mitreisenden. Die wollen nämlich nicht aus dem Jet gebombt werden! Das hat ganz sicher nix mit Hysterie zu tun!
Priest, 15.08.2006
5.
Eine Idee wäre es doch das Handgepäck zu verschliessen, sprich das Handgepäck wird normal durchsucht, mit einem Siegel versehen und dann in den normalen Stauräumen für Handgepäck weggeschlossen. Meines Erachtens ging es ja darum, dass die Einzelteile für Bomben an Bord der Maschinen zusammengebaut werden könnten.
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