Panik auf Ferieninsel Schweres Erdbeben erschüttert Bali

Der Boden wankte, Menschen flohen in Panik aus ihren Häusern, Tempel wurden schwer beschädigt: Vor der Küste der indonesischen Insel Bali hat sich ein schweres Erdbeben ereignet. Nach ersten Berichten gab es Dutzende Verletzte in der Touristenregion.

Zerstörung in Kuta: Das Erdbeben hatte eine Stärke von 6,0
AP

Zerstörung in Kuta: Das Erdbeben hatte eine Stärke von 6,0


Indonesien - Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Bali erschüttert. Nach ersten Berichten sind am Donnerstag mindestens 50 Menschen verletzt worden. Viele hätten Schnitt- und Kopfverletzungen sowie Knochenbrüche erlitten, sagte ein Krankenhaussprecher, Wayan Sudanti. Drei Opfer befänden sich in einem kritischen Zustand.

Nach Angaben der US-Geologiebehörde ereignete sich das Beben um 10.16 Uhr Ortszeit. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,0 lag demnach rund 100 Kilometer südwestlich der Küste von Bali in einer Tiefe von 60 Kilometern. Die indonesische Erdbebenwarte gab die Stärke des Bebens mit 6,8 an. Eine Tsunamiwarnung wurde zunächst nicht veröffentlicht.

Die Wände einiger Tempel in der Nähe der Küste stürzten ein. Radio- und Fernsehsender zitierten Augenzeugenberichte, nach denen die Dächer mehrerer Häuser zusammenbrachen. In anderen Berichten war von Rissen in Wänden die Rede.

"Es hat mich von meinem Motorrad gerissen", sagte der Anwohner Miftahul Chusna. Die Pressesprecherin des Sanur Beach Hotel sagte, das ganze Gebäude habe gewackelt. "Die Gäste sind panisch aus den Räumen gerannt", sagte Candy Juliani. "Wir haben spezielle Fluchtwege für solche Situationen, aber alle hatten so viel Angst, dass sie sie einfach ignoriert haben."

Indonesien liegt auf dem sogenannten pazifischen Feuerring, einem Gebiet mit hoher seismischer Aktivität, in dem sich häufig starke Erdbeben ereignen. Bei der Tsunami-Katastrophe Ende 2004, die durch ein Erdbeben der Stärke 9,3 vor der Küste von Sumatra ausgelöst worden war, wurden in mehreren Küstengebieten des Indischen Ozeans mehr als 220.000 Menschen getötet. Am schlimmsten betroffen war Indonesien mit 168.000 Toten.

bim/dapd



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