Pantoffelhelden "Es gibt den neuen Mann tatsächlich"

Bei der Hausarbeit und der Kindererziehung sind deutsche Männer laut einer Studie besser als ihr Ruf. Sie verbringen mehr Zeit mit solchen Aufgaben und engagieren sich dennoch nicht weniger im Job. Den Frauen scheint es recht zu sein: Sie zeigten sich weniger häuslich.


Hamburg - Männer tun einer Studie zufolge mehr im Haushalt als früher. Zu diesem Ergebnis kommt nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" der Politologe Peter Döge vom Berliner Institut für anwendungsorientierte Innovations- und Zukunftsforschung, der Daten der so genannten Zeitbudget-Analysen des Statistischen Bundesamts verglichen hat.

Schmutziger Geschirr: Männer greifen hier häufiger zu
DDP

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Danach wenden Männer im Durchschnitt pro Woche knapp eine halbe Stunde mehr für Haushalt und Familie auf als noch vor zehn Jahren, Frauen hingegen rund fünf Stunden weniger.

Auch bei der Kinderbetreuung nehmen sich Männer mehr Zeit: Väter von heute verbrächten durchschnittlich eine Stunde pro Woche mehr als früher mit ihrem Nachwuchs, während sich die Frauen eine Stunde weniger um ihre Kinder kümmerten.

Diese Zeit für ihre Kinder sparten die Väter aber nicht bei ihrem Beruf ein, sondern in anderen Bereichen. "Es gibt den neuen Mann tatsächlich", wird Döge zitiert.

Für die Zeitbudget-Analysen müssen die Befragten in einem Zeittagebuch drei Tage lang minutiös notieren, wie sie ihre Zeit verbringen. Sie werden im Abstand von zehn Jahren erstellt; an der jüngsten Studie nahmen 5.585 Männer und 6.350 Frauen teil.

jaf/AP



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