Papst Franziskus über Meinungsfreiheit "Wer meine Mutter beleidigt, erwartet einen Faustschlag"

Bei religiösen Gefühlen und seiner Mutter hört für Papst Franziskus der Spaß auf. Das hat der 78-jährige Argentinier auf seiner Reise nach Manila deutlich gemacht. Er sprach auch über seinen Umgang mit der Gefahr eines Anschlags.

Papst Franziskus in Manila: Meinungsfreiheit hat für ihn Grenzen
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Papst Franziskus in Manila: Meinungsfreiheit hat für ihn Grenzen


Manila - Papst Franziskus hält nicht viel von Meinungsfreiheit, wenn jemand die religiösen Gefühle anderer verletzt. "Viele Menschen ziehen über Religion her, das kann passieren, hat aber Grenzen", sagte der Pontifex auf dem Weg in die philippinische Hauptstadt Manila mit Blick auf die Terroranschläge auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo". Jede Religion habe eine Würde, über die man sich nicht lustig machen könne.

Zur Veranschaulichung zog der Papst daraufhin Parallelen zu seiner Mutter. Mit Gesten in Richtung seines Reiseorganisators Alberto Gasparri sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa: "Wenn Dr. Gasbarri, mein lieber Freund, meine Mutter beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag." Dann kam er wieder auf das Thema Glauben zu sprechen: Dieser könne nicht beleidigt oder lächerlich gemacht werden. Zugleich betonte der Papst, dass man im Namen Gottes nicht töten dürfe.

Nach den Terroranschlägen in Paris wurde die Sicherheit um den Papst nach dessen eigenen Angaben erhöht. Er selbst habe dagegen eine "gute Dosis Unbeschwertheit", sagte Franziskus. Wenn ihm etwas zustoßen sollte, bitte er Gott, "dass sie mir nicht wehtun, denn ich bin nicht mutig, was Schmerz angeht".

Bei seiner Ankunft auf den Philippinen wurde der 78-jährige Argentinier mit lautstarkem Jubel und landesweitem Glockengeläut empfangen. Anschließend stieg der Pontifex in sein Papamobil und jagte mit rasanter Geschwindigkeit an Tausenden Besuchern vorbei. Rund 80 der 100 Millionen Philippiner sind Katholiken, das asiatische Land hat damit nach Brasilien und Mexiko die drittgrößte katholische Bevölkerung der Welt. Es ist der vierte Papstbesuch seit 1970.

Der Papst feiert am Freitag in der Kathedrale von Manila eine Messe mit Würdenträgern und trifft Familien in einem großen Stadion. Samstag fliegt er nach Tacloban, in die Stadt, die vor 14 Monaten von Taifun "Haiyan" schwer getroffen worden war.

jbe/dpa

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