Neujahrsmesse Der Papst fordert Frieden von allen

Papst Franziskus hat in seiner Neujahrsmesse zu Frieden gemahnt und dazu Anstrengungen von jedem Einzelnen gefordert - in der Familie und in der Nation. Er rief die Gläubigen weltweit zum Kampf gegen die "modernen Formen der Sklaverei" auf.

Papst Franziskus liest das Angelusgebet: "Frieden ist immer möglich"
REUTERS

Papst Franziskus liest das Angelusgebet: "Frieden ist immer möglich"


Rom - Zum neuen Jahr hat Papst Franziskus vor allem diese eine Botschaft: Frieden und Gleichheit - im Großen und im Kleinen."In diesem Jahr speziell lautet die Botschaft zum Weltfriedenstag: Nicht mehr Knechte, sondern Brüder", sagte der Papst in seiner Neujahrsmesse im Petersdom in Rom. Er mahnte zu "Frieden in den Herzen, Frieden in den Familien, Frieden unter den Nationen". Der Neujahrstag ist in der katholischen Kirche traditionell der Weltfriedenstag.

Jeder sei berufen, gegen die "modernen Formen der Sklaverei" zu kämpfen, fuhr das Oberhaupt der Katholiken fort. "Aus allen Völkern, Kulturen und Religionen vereinen wir unsere Anstrengungen."

Anschließend sprach Papst Franziskus vom Fenster der päpstlichen Wohnung im Apostolischen Palast zu rund 50.000 Zuschauern am Petersplatz das Angelusgebet. "Frieden ist immer möglich, wir müssen ihn suchen."

Bei strahlend blauem Himmel und eiskalten Temperaturen grüßte der Papst danach speziell deutsche Sternsinger, die laut Vatikan aus der Diözese Fulda kamen. Er danke allen Sternsingern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die von Tür zu Tür gingen und Geschenke für bedürftige Kinder sammelten. "Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr", sagte Franziskus auf Deutsch.

Im vergangenen Monat hatte der Papst an Konsumenten weltweit appelliert, billige Güter, die möglicherweise unter ausbeuterischen Bedingungen produziert wurden, zu meiden. Der aus Argentinien stammende Franziskus hat das Engagement für Migranten, Arme und Arbeiter zu einem zentralen Thema seines Amtes gemacht.

Im November hatte die australische Menschenrechtsgruppe Walk Free Foundation geschätzt, dass weltweit fast 36 Millionen Menschen faktisch versklavt leben - zum Beispiel weil sie von Menschenhändlern zur Prostitution gezwungen, zur Zwangsarbeit genötigt oder wegen Schulden geknechtet werden.

anr/dpa/Reuters/AP

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
gympanse 01.01.2015
1.
Was auf jeden Fall so sicher wie das Amen in der Kirche ist, ist dass sich die deutschen Parteien mit einem C Kürzel auf jeden Fall nicht nach dem Papst richten werden, sondern weiterhin nach den Meinungsinstituten und den Lobbyisten. Für die anderen etablierten Parteien gilt das allerdings auch.
caecilia_metella 01.01.2015
2. Vielen Dank
und beste Wünsche zurück. Zusätzlich wünsche ich mir, dass in diesem Jahr noch mehr Männer Gott gut zuhören und ihre Religion verstehen können.
hermannheester 01.01.2015
3. Der Papst-O-Mat fordert Frieden?
Alljährlich fordert ein Papst der Wahl Frieden. Aber was bringt dieser fromme Wunsch wirklich? KEIN Verantwortlicher in der Welt fühlt sich auch nur im geringsten angesprochen. Sollte die Sprache der Mächtigen eine andere sein?
taglöhner 02.01.2015
4. Laizismus und Säkularisierung
Lieber gympanse: Parteien, die sich eher an einer irrationalen Ideologie, als an den Interessen und Meinungen der Wähler orientieren, werden zu recht hierzulande kaum gewählt. Schlechte Erfahrungen!
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