Papst in Großbritannien Polizei lässt Terrorverdächtige wieder frei

Ende eines Großeinsatzes: Die britische Sicherheitsbehörden haben sechs Männer wieder auf freien Fuß gesetzt, die angeblich einen Anschlag auf Papst Benedikt XVI. geplant hatten. Doch der Verdacht gegen die aus Algerien stammenden Arbeiter erhärtete sich nicht.

dpa

London - Die britische Polizei hat am Sonntagmorgen sechs Männer freigelassen, die unter den Verdacht geraten waren, einen Anschlag auf Papst Benedikt XVI. zu planen. Sie zog damit den Schlussstrich unter Ermittlungen, die seit Freitag den Papstbesuch in Großbritannien überschattet hatten. In den Räumlichkeiten der aus Algerien stammenden Männer seien weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden, teilte Scotland Yard bereits am Samstag mit.

In den Morgenstunden wurden sie dann ohne Beschuldigung auf freien Fuß gesetzt, sagte ein Sprecher. Bei den Ermittlungen wurden mehrere tausend Polizisten eingesetzt, meldete die britische Nachrichtenagentur PA. Die Kosten des Polizeieinsatzes während des Papstbesuchs stiegen deswegen auf mehr als 1,5 Millionen Pfund (1,8 Millionen Euro). Mindestens fünf der Männer seien vermutlich Straßenkehrer, meldete PA. Neben acht Wohnungen seien zwei Unternehmen in Central London, darunter eine Straßenreinigungsfirma, durchsucht worden.

Der britische Rundfunksender BBC meldete, Polizeikreise seien zu dem Ergebnis gekommen, die Verdächtigen stellten keine Bedrohung dar. Die Zeitung "Sunday Mirror" berichtete, die Großaktion der Polizei sei ausgelöst worden, nachdem man einen Witz mitgehört habe, den sich die Männer in der Kantine erzählt hätten.

Vertreter des Vatikans hatten betont, es gebe keine Änderung im Besuchsprogramm des katholischen Kirchenoberhauptes, das am Sonntag seinen viertägigen Staatsbesuch Großbritannien mit der Seligsprechung des 1890 verstorbenen Kardinals John Henry Newman in Birmingham zu Ende geht.

jdl/dapd

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.