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Abschluss der Afrika-Reise: Papst ruft zu Frieden zwischen Muslimen und Christen auf

Imam Tidiani Moussa Naibi, Papst Franziskus: Appell gegen Gewalt Zur Großansicht
REUTERS

Imam Tidiani Moussa Naibi, Papst Franziskus: Appell gegen Gewalt

"Sagen wir gemeinsam Nein zum Hass": Papst Franziskus hat Christen und Muslime in der Zentralafrikanischen Republik zum Frieden aufgerufen. In dem Land sind Tausende Menschen bei religiös motivierten Konflikten gestorben.

Christen und Muslime sollen sich gemeinsam für eine Abkehr von Gewalt und Hass einsetzen. Das hat Papst Franziskus bei seinem Besuch in der Zentralafrikanischen Republik gefordert. "Wir Christen und Muslime sind Brüder und Schwestern", sagte er. Die beiden Gruppen müssten gemeinsam für den Frieden arbeiten. "Sagen wir gemeinsam Nein zum Hass, zur Rache, zur Gewalt, besonders zu jener, die im Namen einer Religion oder im Namen Gottes verübt wird!"

Die Zentralafrikanische Republik wird seit 2013 von einem Konflikt erschüttert, bei dem sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüberstehen. Das Land war im März 2013 nach einem Putsch gegen Staatschef François Bozizé in eine Spirale der Gewalt gestürzt. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Milizen wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende in die Flucht getrieben.

Seit September 2014 ist in dem Krisenstaat eine Uno-Mission im Einsatz. Den Konfliktparteien werden schwere Gewalttaten vorgeworfen. Das Land ist einem Uno-Index zufolge der drittärmste Staat der Welt.

Moscheebesuch am letzten Tag der Reise

Der Besuch in Bangui fand unter schweren Sicherheitsvorkehrungen statt. Uno-Blauhelme, französische Soldaten und einheimische Polizisten sicherten alle Stationen des Papstes ab. Auf den drei Minaretten der Moschee waren Uno-Soldaten mit Maschinenpistolen zu sehen.

Wie der Papst rief auch der Imam der Koudoukou-Moschee, Tidiani Moussa Naibi, zu einem friedlichen Miteinander der Religionsgruppen auf. Der gegenwärtige Konflikt werde nicht von Dauer sein, sondern sei nur ein schmerzhaftes Kapitel der Geschichte des Landes. "Wir werden Frieden und Sicherheit erreichen, größer und gerechter als zuvor."

Die Moschee liegt im Stadtviertel PK5, einem Brennpunkt der ethnischen und religiösen Gewalt im Land. Inzwischen ist es das einzige Viertel in Bangui, in dem überhaupt noch Muslime leben.

Ein Gottesdienst vor Zehntausenden Gläubigen in Bangui schloss Franziskus' sechstägige Afrika-Reise ab. Für den Papst war der Besuch in der Zentralafrikanischen Republik besonders wichtig. Er folgt dabei seinem Ziel, auch die Ränder die Kirche einzubeziehen, die Armen, Notleidenden und Vergessenen. Noch am Montag soll Franziskus mit einer Sondermaschine der Alitalia zurück nach Rom zurückkehren.

Vor seinem Aufenthalt in der Zentralafrikanischen Republik hatte der Papst auf seiner ersten Afrika-Reise Kenia und Uganda besucht. Auf seinen Stationen wetterte das Kirchenoberhaupt gegen den "Gott des Geldes" und forderte mehr Einsatz im Kampf gegen Armut.

ulz/dpa

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Fläche: 571.416 km²

Bevölkerung: 45,546 Mio.

Hauptstadt: Nairobi

Staatsoberhaupt und Regierungschef:
Uhuru Kenyatta

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