Kleidchen, Schleife im Haar, Penis Spielzeughändler muss Laden wegen Trans-Puppe schließen

Empörung in Paraguay: Ein Laden bot eine offensichtlich transsexuelle Puppe an. Die Stadtverwaltung von Ciudad del Este reagierte mit voller Härte. Mit sexueller Diversität hat es die Regierung nicht so.

AP

Eine Puppe hat einen Spielzeughändler in Paraguay in Schwierigkeiten gebracht. Der Inhaber hatte die "Bebe Mania Xixi" angeboten, die rosa gekleidet ist, eine Schleife trägt - und einen Penis. Die Puppen wurden beschlagnahmt und das Spielzeuggeschäft Lion in Ciudad del Este geschlossen.

Die Bürgermeisterin der Stadt, Sandra Zacarías, hatte Anstoß an der Puppe genommen und ihren Verkauf unterbunden. "Solange ich Bürgermeisterin bin, werden solche Artikel nicht verkauft", sagte sie. Ihre Stadt sei "pro Familie". Der Anwalt der Stadtverwaltung, Cristian Cabral, sagte, die Beschlagnahme der Puppen und die Schließung des Geschäfts seien nach Beschwerden "empörter Bürger" veranlasst worden.

Cabral zufolge habe jemand berichtet, dass er die Puppe als Weihnachtsgeschenk für seine Tochter gekauft habe. Wegen der rosafarbenen Kleider und der Schleife um den Kopf der Puppe habe er angenommen, dass die Puppe ein Mädchen darstellen solle. Zu Hause habe er dann aber festgestellt, dass die Puppe einen kleinen Penis habe. Cabral führte aus, die Stadtverwaltung habe eingegriffen, um "die Werte der Familie zu schützen und die Rechte der Kinder, die negativ beeinflusst werden könnten".

Laut dem kanadischen Sender "CBC" ist die Schließung allerdings nur vorläufig. Dem Bericht zufolge sagte Cabral, dass die Schließung auch mit fehlenden Steuerzahlungen zusammenhänge. Außerdem habe der Laden keine Erlaubnis, Spielzeug zu verkaufen.

"Kein Erziehungszentrum"

Der Anwalt Carlos Benítez sagte im Namen des Geschäfts, niemand sei gezwungen worden, die Puppen zu kaufen. "Die Kunden haben die Freiheit, auszuwählen und zu kaufen."

Der Spielwarenladen sei überdies "kein Erziehungszentrum". Er wurde von zahlreichen Medienvertretern belagert. Zur Herkunft der Puppen sagte er, sie seien in Kisten aus China gekommen. Wie viele geliefert worden seien, wisse er nicht.

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Kein Spiel mehr: Puppen-Panik in Paraguay


Laut "CBC" verbot Paraguay im vergangenen Jahr Schulmaterial über sexuelle Diversität. Der Bildungsminister Enrique Riera habe freiwillig dabei geholfen, entsprechende Bücher zu verbrennen. "Wir werden die Genderideologie nicht unterstützen."

jpz/AFP

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