Pariser Couture-Schauen Kugeln, Blüten und Modell Voliere

Es ist das wohl exklusivste Modespektakel der Welt: Die Schauen der Haute Couture in Paris. Und die boten in diesem Jahr für Gartenfans ebenso Modelle wie für Freunde des luftigen Vogelkäfigs.

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Paris - Die Schauen der Haute Couture für Herbst/Winter 2010/2011 waren in diesem Jahr frisch, leichthändig inszeniert und voller verborgener Kraft. Am Donnerstag gingen sie zu Ende.

Vor allem die Kreationen großer Luxushäuser standen im Fokus. Jean Paul Gaultier schwelgte in Luxus. Pelzbesatz und Leder, fließende Seidenkleider, schimmernde Goldgewänder, Netzstrümpfe und elegante Trenchcoats verbanden Amazonenlook mit französischem Boudoir. Den Schlusspunkt auf dem Laufsteg setzte die Burlesque-Tänzerin Dita von Teese in einem kunstvoll konstruierten Korsett und Strapsen - und einem Striptease.

Karl Lagerfeld zeigte sich wieder einmal in Hochform - und präsentierte am Dienstagabend seine Mode in pompösem Ambiente, rund um einen massigen goldenen Löwen. Eine neue Silhouette bei Kostümen und Tageskleidern, witzige Accessoires und schicke, kostbar bestickte Cocktailkleider wirkten frisch, jung und energiegeladen.

Den modischen Abschluss machte das italienische Haus Valentino. Das Designerteam Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli rückte von der sonst für sie typischen ätherischen Romantik ab. Klare Schnitte dominierten, doch dank vieler Volants und feiner Rundungen wirkte das Ganze mädchenhaft.

Auch wenn diesmal nur 17 Couture-Schauen auf dem offiziellen Programm standen: Die "Hohe Schneiderkunst" muss nicht ums Überleben fürchten. Neuere unbekannte Couturiers wie Stephane Rolland oder Alexis Mabille ziehen junge Kundinnen an. Und: Auch wenn vielleicht die Zahl der Auftraggeberinnen für maßgeschneiderte, handgefertigte Entwürfe zurückgeht, schwindet nicht unbedingt ihre Kaufkraft.

"Der Typ der Kundin ist heute ganz anders", sagte Lagerfeld. "Früher kauften sie vielleicht ein Kleid. Heute kommen junge Frauen und nehmen gleich 40 Entwürfe." Ob er damit die Couture oder das preiswertere Prêt-à-Porter meinte, blieb offen.

Nach dem Ende der Schauen in Paris können sich die Augen der Modewelt und - der Frauen - ganz auf Berlin konzentrieren. Dort findet seit Mittwoch zum siebten Mal in Folge die Mercedes-Benz-Fashion-Week auf dem Bebelplatz statt. Mehr als 40 Designer zeigen dort ihre Kollektionen, weitere Messen und Modenschauen sind noch bis Samstag zeitgleich an weiteren Orten der Hauptstadt geplant. Zeitgleich finden die Modemessen Bread & Butter und Premium statt. Im ehemaligen Flughafen Tempelhof wird von heute bis Freitag vor allem Sports- und Streetwear gezeigt. Im ehemaligen Postgüterbahnhof am Gleisdreieck gibt es unter anderem Mode von Strenesse und René Lezard zu sehen.

siu/dpa



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