Pazifik Starkes Seebeben - Tsunami-Warnung für Japan

Nach einem starken Seebeben im Pazifik haben die Behörden eine Tsunami-Warnung für Japan und die russische Ostküste ausgelöst. Bewohner der betroffenen Gebiete wurden aufgefordert zu fliehen. An der Nordküste Japans ist die Flutwelle bereits angekommen.


Tokio - Ein kleiner Tsunami von etwa 40 Zentimetern Höhe traf nach Angaben der meteorologischen Behörde Japans die Hafenstadt Nemuro auf der Insel Hokkaido. Eine zweite Flutwelle von 20 Zentimetern Höhe folgte kurz darauf. Zuvor waren die Experten von Wellen bis zu zwei Metern Höhe ausgegangen. Höhere Wellen könnten jedoch noch folgen, hieß es. Fernsehbilder von anderen Häfen in der Umgebung zeigten bislang ruhige See.

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In der Stadt Kushiro brachten Einsatzkräfte dennoch etliche Anwohner vorsorglich in Sicherheit. Auf der ganzen Insel Hokkaido wurde der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. Japans Regierung hat einen Katastrophenstab einberufen.

Die Tsunami-Warnung gilt für den Osten der nördlichsten japanischen Insel Hokkaido und der Hauptinsel Honshu, für die russische Pazifik-Küste sowie für Wake Island, Midway Island (beide unter US-Hoheit) und Marcus Island (Japan). Die Bewohner der betroffenen Gebiete wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Das Erdbeben erschütterte die Inselgruppe der Kurilen nördlich von Japan.

Über die genaue Stärke des Bebens gab es anfangs unterschiedliche Angaben. Das Pacific Tsunami Warning Center auf Hawaii hatte zunächst eine Stärke von 7,7 angeben, korrigierte dies aber später und schloss sich der Aussage des japanischen Erdbebenzentrum an. die Stärke des Bebens lag demnach bei 8,1. Eine Gefährdung besteht nach Angaben des Zentrums auf Hawaii auch unter anderem für Guam, Taiwan, die Philippinen, Indonesien, Papua Neuguinea und Hawaii selbst.

Erst vor vier Wochen hatte ein Erdbeben der Stärke 6,8 eine Inselgruppe im Süden Japans erschüttert. Verletzt wurde dabei niemand. In Japan ereignet sich rund ein Fünftel aller registrierten Erdbeben weltweit. Im Januar 1995 waren bei einem Beben mit der Stärke 7,3 in der Stadt Kobe mehr als 6000 Menschen ums Leben gekommen.

Im Dezember 2004 waren bei einer Tsunami-Katastrophe in den Anrainerstaaten des Indischen Ozeans mehr als 200.000 Menschen ums Leben gekommen. Damals hatten meterhohe Flutwellen nach einem Seebeben die Küstengebiete überschwemmt.

dab/AP/AFP/Reuters



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