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Peinliche Auszeichung: Rumsfeld für unsinnigste Aussage prämiert

Sprachwissenschaftler haben schon herausgefunden, dass US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein heimlicher Lyriker ist: Seine Reden folgen einem metrischen Muster. Jetzt wurde Rumsfeld auch noch als großer Dadaist geehrt: mit dem Preis für die unsinnigste Äußerung des Jahres.

US-Verteidigungsminister Rumsfeld: Großer Dadaist
AP

US-Verteidigungsminister Rumsfeld: Großer Dadaist

London - Der Preis wird von einer Vereinigung namens "Plain English Campaign" (Auf gut Englisch gesagt) vergeben. Wörtlich sagte der Minister während einer Pressekonferenz: "Reports that say that something hasn't happened are always interesting to me because, as we know, there are known knowns; there are things we know we know. We also know there known unknowns; that is to say we know there are some things we don't know."

Aber selbst auf Deutsch bleibt dem Leser die poetisch-sinnfreie Schönheit der Rumsfeld'schen Aussage erhalten. Deshalb der Verteidigungsminister in (übersetztem) Wortlaut: "Berichte, die sagen, es sei nichts passiert, finde ich immer interessant, denn wie wir wissen, gibt es Bekanntes, das bekannt ist; es gibt also Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Uns ist auch bewusst, dass es Unbekanntes gibt, von dem wir wissen; das heißt, wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht kennen."

Rumsfelds härtester Konkurrent um den Preis, der neue kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, glänzt mit einer famosen contradictio in re - er versucht die sexuelle Quadratur des Kreises: "Ich glaube, dass die Schwulen-Ehe etwas ist, das einem Mann und einer Frau vorbehalten sein sollte."

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