Überfüllter New Yorker Bahnhof Taser-Knattern löste Massenpanik aus

Die Penn Station war gerade hoffnungslos überfüllt, da betätigten Polizisten eine Elektroschockpistole. Das Ergebnis: eine Massenpanik, bei der mehr als zehn Menschen verletzt wurden.

NYCFireWire

Der Einsatz einer Elektroschockpistole bei einer Festnahme hat im New Yorker Bahnhof Penn Station eine Massenpanik ausgelöst. Reisende hielten das knatternde Geräusch des Tasers bei seiner Entladung wohl für einen Schusswechsel, wie Reporter mehrerer TV-Sender berichteten.

Viele Menschen warfen sich auf den Boden oder rannten schreiend zu den Ausgängen. Dabei ließen einige ihre Gepäckstücke zurück. Nach Angaben der Polizei wurden 16 Menschen verletzt. Ein nahe gelegenes Kaufhaus musste vorübergehend geschlossen werden.

Zum Zeitpunkt des Geschehens im Feierabendverkehr am Freitag gegen 18.30 Uhr (Ortszeit) war es auf dem Bahnhof noch voller als ohnehin. Grund dafür war ein blockierter Bahntunnel unter dem Hudson River, in dem ein Regionalzug mit rund 1200 Fahrgästen wegen eines Oberleitungsdefekts fast drei Stunden festgesteckt hatte, wie New Yorker Medien berichteten.

Vor Festnahme: Mann ärgerte sich lautstark

Festnahme in der Penn Station
AP

Festnahme in der Penn Station

Das führte zu zahlreichen Verspätungen anderer Züge. In dem Gedränge in der Penn Station ärgerte sich ein Mann lautstark.

Polizisten überwältigten ihn schließlich, wobei sie den Taser einsetzten. Berichte, dass an der Station tatsächlich Schüsse gefallen sind, mussten dementiert werden.

Berliner Polizisten mit Taser ausgestattet

In Deutschland hat Berlin als erstes Bundesland seine Streifenpolizisten mit sogenannten Elektroschockern ausgestattet. Für einen Testlauf erhielten 20 Polizisten von zwei Abschnitten in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg Taser. Bisher war ihr Einsatz Spezialeinheiten vorbehalten, nun sollen die Geräte drei Jahre lang im täglichen Dienst erprobt werden.

Mit den Elektroschockpistolen können kleine Metallpfeile über mehrere Meter Entfernung auf Menschen geschossen werden. Die Pfeile hängen an Drähten, über die elektrische Hochspannung übertragen wird. Durch elektrische Schläge werden die Getroffenen kurzzeitig außer Gefecht gesetzt.

irb/AP/dpa



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