Manila - Es war ein doppelter Schicksalsschlag. Nachdem am Dienstag der Taifun "Nesat" über die nördlichen Provinzen der Philippinen hinweggezogen ist, hat der Taifun "Nalgae" nun dieselbe Region heimgesucht. Beide Stürme forderten zusammen mindestens 57 Menschenleben und richteten schwere Schäden an.
"Nalgae" erreichte nach Angaben des Wetterdienstes in Böen Geschwindigkeiten von 195 Kilometern in der Stunde. Ein Mann starb in der nördlichen Provinz Benguet, als ein Erdrutsch ihn verschüttete, teilte die Behörde für Zivilschutz mit. Am späten Samstag zog der Sturm von den Philippinen in Richtung Westen weiter. Die Regenfälle ließen am Sonntag nach und die Retter versuchten mit Booten und Hubschraubern, Hunderte überflutete Dörfer in den Provinzen Bulacan, Pampagna und Nueva Ecija zu erreichen.
Etwa 2,4 Millionen Menschen waren von den Auswirkungen der Stürme betroffen. Viele Bewohner flüchteten sich auf die Dächer ihrer Häuser und harrten dort viele Stunden lang aus. Die Retter sind überfordert. Es sei unmöglich alle Betroffenen innerhalb eines Tages zu erreichen, sagte Oberst Isas Espino von der philippinischen Luftwaffe - so groß sei das Ausmaß der Zerstörungen.
Das Eintreffen von "Nalgae" verschlimmerte die Lage in den vom Taifun "Nesat" betroffenen Gebieten. Mindestens 57 Menschen starben infolge von "Nesat", 31 wurden am Wochenende noch vermisst. Der Zivilschutz schätzt die Schäden an der Infrastruktur und in der Landwirtschaft auf mindestens 100 Millionen Euro.
"Falls das Wasser steigt, sind diese Leute in großen Schwierigkeiten"
Ein weiterer schwerer Sturm könnte offiziellen Angaben zufolge in der nächsten Woche den Norden der Hauptinsel Luzon treffen. In den nördlichen Provinzen stehen trotz Nachlassens der Niederschläge weite Landstriche unter Wasser. Viele Bewohner weigern sich jedoch, ihre überfluteten Häuser zu verlassen. In den nächsten Tagen drohen neue Regenfälle. "Falls das Wasser wieder steigt, sind diese Leute in großen Schwierigkeiten", warnte der Chef der Zivilschutzbehörde, Benito Ramos.
China trifft wegen "Nalgae" ebenfalls erste Sicherheitsmaßnahmen. Der Nationale Wetterdienst rechne im Süden des Landes sowie auf der Insel Hainan für die kommenden drei Tage mit heftigem Regen und starken Winden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Einwohnern der betroffenen Gebiete werde geraten, in ihren Häusern zu bleiben und größere Veranstaltungen abzusagen.
Auch die Behörden in Kambodscha haben eine bedrückende Bilanz der aktuellen Monsun-Saison gezogen. Demnach sind in Folge von Unwettern und Überschwemmungen seit August mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen - so viele, wie seit 2000 nicht mehr, als 374 Menschen bei Unwettern getötet wurden.
Entlang des Flusses Mekong seien über 270.000 Hektar Reisfelder von den Fluten zerstört worden, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Keo Vy. Außerdem seien 904 Schulen und 361 buddhistische Tempel von Hochwasser und Stürmen beschädigt worden. Im benachbarten Thailand kamen nach Regierungsangaben seit August 206 Menschen bei den Unwettern ums Leben.
chs/dpa/dapd
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