Philippinen Falsche SMS schürt Panik vor radioaktiver Wolke

Panik auf den Philippinen: Eine SMS macht dort die Runde und warnt vor einer radioaktiven Wolke aus Japan, die noch am Montag Manila erreichen soll. Die Nachricht sei frei erfunden, sagt die Regierung und müht sich um Beruhigung.

AFP/ NHK

Manila - Auf den Philippinen dominiert derzeit die Angst vor einer radioaktiven Wolke aus Japan: Angeheizt wurde die Panik durch eine SMS-Botschaft, die in Windeseile die Runde machte. Danach sollte die Strahlung noch am Montag die Hauptstadt Manila erreichen.

Die Sprecherin des Präsidenten Abigail Valte beruhigte die Menschen im Radio. Die SMS-Botschaft entbehre jeder Grundlage.

Dennoch beschloss die staatliche Universität in Manila am Mittag, nachdem hunderte besorgte Eltern am Telefon darauf gedrängt hatten, die Studenten nach Hause zu lassen.

Die SMS-Botschaft kam angeblich von einem respektablen internationalen Fernsehsender. Darin hieß es, die Bewohner sollten die nächsten 24 Stunden in ihren Häusern bleiben. "Solche Scherze sind nicht hilfreich", sagte die Präsidentensprecherin. "Wir tun alles, um die Menschen akkurat zu informieren."

Vor einer Strahlenbedrohung nach den Explosionen in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima warnte die Regierung nicht. Manila liegt etwa 3000 Kilometer südwestlich von Tokio.

jjc/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Synapsenkoller, 14.03.2011
1. .
Daran kann man mal wieder sehen, daß die Menschheit rettungslos verblödet ist. Die Grafiken vom RSMC Obninsk inklusive Forward Tajectories, die ich heute morgen zu sehen bekam, zeigen, dass Manila sich nicht einmal in andeutungsweiser Nähe zur besagten "Nuclear Cload" - so man das Dingen denn so nennen möchte - befindet. Was zur perfekten TV-Unterhaltung noch fehlt, ist jetzt nur noch ne Massenpanik auf den Philippinen. Entschuldigt bitte den Sarkasmus - aber da fällt mir nichts mehr ein.
DerJanuskopf 14.03.2011
2. Selten schlecht recherchierter Artikel
Was will der SPIEGEL mit solchen Artikeln bezwecken? Ich bin gerade in Manila im Urlaub, war heute sehr viel in der Stadt in vielen Bezirken unterwegs. Weder gibt es hier eine "Panik" noch ist Japan ein großes Thema auf der Straße. Die Leute machen das, was sie müssen und am besten können. Die Straßen und Märkte sind zum Bersten voll...mit Menschen, die alle ein Handy haben. Angst vor Radioaktivität gibt es hier in der Öffentlichkeit nicht. Das schließt natürlich nicht die Leute ein, die den ganzen Tag vor dem Fernseher verbringen und sich selbst Angst machen. Das ist aber gewiss ein Bruchteil.
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