Esoteriker deuten den 21. Dezember 2012 als Tag des Weltuntergangs. Im Hausberg des französischen Örtchens Bugarach sehen manche von ihnen die Rettung - dank einer angeblichen Ufo-Startbahn. Nun wappnet sich die Gemeinde vor den Apokalypse-Jüngern.
Paris - Aus Furcht vor einem Ansturm von Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und Endzeittouristen, die am 21. Dezember den Weltuntergang erwarten, haben die französischen Behörden den Zugang zu einem angeblich magischen Berg in Südfrankreich gesperrt. Der Aufstieg auf den 1231 Meter hohen Pic de Bugarach in den Pyrenäen werde drei Tage vor dem angeblichen Weltuntergang abgeriegelt, kündigte die zuständige Präfektur in Carcassonne an. Die Sperrung werde bis zum 22. oder 23. Dezember aufrechterhalten.
Der Berg von Bugarach wird auf einschlägigen Webseiten als einer der Zufluchtsorte für die Apokalypse empfohlen, die manche unter Berufung auf den Maya-Kalender am 21. Dezember befürchten. Laut den Prophezeiungen retten Außerirdische einige Auserwählte vom Pic de Bugarach - und starten mit ihnen in einem Ufo gen Orbit.
Nach Angaben des Bürgermeisters von Bugarach, Jean-Pierre Delord, ist die 200-Seelen-Gemeinde seit Beginn der Internetaufrufe vor rund zwei Jahren zunehmend ein Anziehungspunkt für Esoteriker aller Art. "Wir sind hier wie im Zoo", so Delord im "Figaro". Bereits jetzt ist der Ort überlaufen, im gesamten Umkreis sind die Hotels belegt. Schätzungen zufolge werden zu dem Termin im Dezember zwischen 20.000 und 100.000 Menschen in Bugarach erwartet.
Der sagenumwobene Berg entstand aus einer tektonischen Verwerfung. Seine Form mit einer von der Spitze leicht abfallenden, langen Bergkante mag die Phantasien zu einer Startbahn für Außerirdische angeregt haben. Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Welt" und Steven Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" sind von dem Berg inspiriert. Der Heilige Gral wurde dort schon vermutet, und Verschwörungstheoretiker sehen auch Nazis und den israelischen Mossad mit dem Pic verbunden.
Mit diesen Vermutungen beschäftigte sich auch eine interministerielle Arbeitsgruppe gegen Sekten in Paris. Sie bestätigte im Juni 2011 in einem Bericht, dass die Pyrenäen im äußersten Süden Frankreichs besonders viele "Weltuntergangs-Propheten" anziehen. Seit 2008 hätten sich in der Region mit ihren zerklüfteten, schwer zugänglichen Tälern, wo einst die Katharer als Ketzer verfolgt wurden, ein Dutzend Gruppen der in den USA gegründeten Ramtha-Sekte angesiedelt.
wit/dpa/AFP
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