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Passagierflugzeug: Armprothese von Pilot löst sich kurz vor Landung

Dash-8 der Fluggesellschaft Flybe (Archiv): Harte Landung in Belfast Zur Großansicht
Flybe

Dash-8 der Fluggesellschaft Flybe (Archiv): Harte Landung in Belfast

Weil seine Prothese nicht richtig befestigt war, hat ein einarmiger Pilot kurz vor dem Aufsetzen in Belfast die Kontrolle über seine Flybe-Maschine verloren. 47 Passagieren waren an Bord, trotz harter Landung wurde niemand verletzt.

London - Es klingt wie eine Szene aus der "Unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug" - hat sich aber tatsächlich so zugetragen: Ein Pilot der britischen Fluggesellschaft Flybe hat beim Landeanflug auf den City-Airport von Belfast kurzzeitig die Kontrolle über die Maschine verloren, weil sich seine Armprothese vom Steuerhorn gelöst hatte. Den ungewöhnlichen Vorfall, der sich bereits am 12. Februar zutrug, bestätigt jetzt ein Bericht der britischen Behörde zur Untersuchung von Flugunfällen (AAIB).

Der Flugkapitän trug demnach links eine Unterarmprothese und nutzte eine Art Klemme mit Anschnallvorrichtung am Steuerhorn, um die Propellermaschine vom Typ Dash-8 zu fliegen. Unmittelbar vor der Landung löste sich die Prothese allerdings von dieser Vorrichtung, so dass er die Kontrolle über das Flugzeug verlor.

Wegen der kurzen Zeit bis zur Landung und der schwierigen Flugbedingungen bei schlechtem Wetter entschloss sich der 46-Jährige laut AAIB, nicht dem Co-Piloten das Kommando zu übertragen. Stattdessen ließ er mit der rechten Hand den Schubhebel los und bekam das Steuerhorn zu fassen.

"Einer von Flybes erfahrensten Piloten"

Kurz darauf setzte die Maschine hart auf, landete aber dennoch sicher. Keiner der Passagiere auf dem Flug von Birmingham in die nordirische Hauptstadt sei verletzt worden, heißt es in dem Bericht. Auch die Dash-8 sei unbeschädigt geblieben.

Die Fluggesellschaft Flybe teilte unterdessen mit, sie sei stolz darauf, die Rechte Behinderter zu wahren. "Der Kapitän, um den es geht, ist einer von Flybes erfahrensten Piloten", sagte ein Sprecher.

Abschließend heißt es in dem AAIB-Bericht, der Pilot wolle künftig den Halt seiner Prothese besser prüfen. Außerdem werde er seine Co-Piloten künftig unterrichten, dass sie zu jeder Zeit des Fluges in der Lage sein müssten, das Ruder zu übernehmen.

rls/dpa

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