Internationale Schifffahrt: Weniger Piratenangriffe weltweit

Die Zahl der Angriffe von Piraten ist weltweit stark zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2012 wurden mit 177 Attacken rund ein Drittel weniger Fälle als im Vorjahreszeitraum gezählt. Doch in einer Region wird die Situation zunehmend besorgniserregend.

Piraten vor Somalia: Seekrieg mit Raketenwerfer und Schnellboot
Fotos
AFP/MOD 2012

Kuala Lumpur - Seit einigen Jahren ist Piraterie vor allem vor der Küste Somalias ein immenses Problem. Nun gibt es gute Nachrichten: Die Zahl der Angriffe von Seeräubern ist im ersten Halbjahr 2012 weltweit stark zurückgegangen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien 177 Attacken gemeldet worden, teilte das Internationale Maritime Büro (IMB) am Montag in Kuala Lumpur mit. Das sind etwa ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum, als es noch 266 waren.

Dennoch wurden laut IMB zwischen Januar und Juni 20 Schiffe gekapert und 334 Besatzungsmitglieder entführt. Mindestens vier Seeleute kamen ums Leben.

Positiv habe sich der Anti-Piraterie-Einsatz im Indischen Ozean ausgewirkt, heißt es. So sei die Zahl der Angriffe somalischer Piraten von 163 auf 69 gesunken. Die Einsätze im Kampf gegen Seeräuber müssten fortgesetzt werden, es gebe dazu keine Alternative, betonte IMB-Direktor Pottengal Mukundan. Dem Bericht zufolge befanden sich Ende Juni noch 11 Schiffe und 218 Besatzungsmitglieder in der Hand somalischer Piraten.

Seit Ende 2008 gibt es am Horn von Afrika die Anti-Piraten-Mission "Atalanta", deren Kommando die Europäische Union führt. Deutschland beteiligt sich derzeit mit 340 Soldaten. Im März weitete die EU das Mandat aus, so dass nun auch Einsätze an der somalischen Küste erlaubt sind. Mit zwei wichtigen Einschränkungen: Angegriffen werden nur Ziele in maximal 2000 Metern Entfernung von der Küste. Außerdem dürfen diese nur aus der Luft attackiert werden - Bodeneinsätze bleiben grundsätzlich verboten.

Als Reaktion auf die starke Militärpräsenz vor Somalia weichen die Piraten jedoch in andere Regionen aus. Besorgniserregend seien die zunehmenden Überfälle von Seeräubern im Golf von Guinea vor der Küste Westafrikas, so das IMB. Bei den äußerst brutalen und meist bewaffneten Attacken seien bereits zwei Crew-Mitglieder ums Leben gekommen. Insgesamt seien in dem Gebiet dieses Jahr 32 Angriffe gemeldet worden, sieben mehr als im Vorjahreszeitraum. Oftmals seien nigerianische Piraten am Werk.

Das IMB mit Sitz in Kuala Lumpur gehört zur Internationalen Handelskammer in London und dient als zentrale Meldestelle für Piratenattacken.

siu/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
man_vs_ape 16.07.2012
Man brauch sich ja auch nicht zu wundern dass die Leute vor genau den Küsten zu Piraten werden. Von europäischen Fischtrawlern um ihren Fisch gebracht und von der Erdölindustrie um ihr Land gebracht, sehen diese Leute keinen [...]
Man brauch sich ja auch nicht zu wundern dass die Leute vor genau den Küsten zu Piraten werden. Von europäischen Fischtrawlern um ihren Fisch gebracht und von der Erdölindustrie um ihr Land gebracht, sehen diese Leute keinen anderen Ausweg als die Piraterie, mit all ihren negativen Effekten. Aber im Glauben Wohlstand und Reichtum wird durch unser ach so tolles westliches Wirtschaftsverständnis auch nach Afrika kommen, bekämpfen wir dir Piraterie, nicht aber die Quelle des Ursprungs ihrer, nämlich die der westlichen Ausbeutung und der dadurch entstandenen Armut
Methados 16.07.2012
"die piraten weichen aus" selten so einen schmarn gelesen - die piraten waren zb wvor westafrika schon immer ansässig - ein somali wird kaum auf die ideer kommen, nach westafrika auszuwandern - oder nach indonesien, [...]
Zitat von sysopDie Zahl der Angriffe von Piraten ist weltweit stark zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2012 wurden mit 177 Attacken rund ein Drittel weniger Fälle als im Vorjahreszeitraum gezählt. Doch in einer Region wird die Situation zunehmend besorgniserregend. Piraten: Weniger Angriffe weltweit im ersten Halbjahr 2012 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,844634,00.html)
"die piraten weichen aus" selten so einen schmarn gelesen - die piraten waren zb wvor westafrika schon immer ansässig - ein somali wird kaum auf die ideer kommen, nach westafrika auszuwandern - oder nach indonesien, wo auch extrem viel piraterie den alltag prägen. umso schlechter es den leuten geht, desto mehr von ihnen werden zu piraten. ganz einfach.
Berliner42 16.07.2012
Piraterie ist einfach sehr lukrativ, wenn sie klappt. Das Märchen von den armen Fischern kann man vergessen.
Zitat von man_vs_apeVon europäischen Fischtrawlern um ihren Fisch gebracht und von der Erdölindustrie um ihr Land gebracht, sehen diese Leute keinen anderen Ausweg als die Piraterie, mit all ihren negativen Effekten.
Piraterie ist einfach sehr lukrativ, wenn sie klappt. Das Märchen von den armen Fischern kann man vergessen.
cabrioheinz 16.07.2012
"Als Reaktion auf die starke Militärpräsenz vor Somalia weichen die Piraten jedoch in andere Regionen aus. Besorgniserregend seien die zunehmenden Überfälle von Seeräubern im Golf von Guinea vor der Küste Westafrikas, so das [...]
"Als Reaktion auf die starke Militärpräsenz vor Somalia weichen die Piraten jedoch in andere Regionen aus. Besorgniserregend seien die zunehmenden Überfälle von Seeräubern im Golf von Guinea vor der Küste Westafrikas, so das IMB" Will man uns da allen Ernstes suggerieren, die somalischen Piraten seien um das Kap auf die andere Seite Afrikas geschippert, um doert ihre Tätigkeit fortzusetzen?
nikolaus12345 16.07.2012
Berechtigt Armut zu stehlen und morden? Sollen die Sozialhilfeempfänger jetzt auch die Läden ausplündern mit einer Waffe in der Hand?
Berechtigt Armut zu stehlen und morden? Sollen die Sozialhilfeempfänger jetzt auch die Läden ausplündern mit einer Waffe in der Hand?
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  • Montag, 16.07.2012 – 13:53 Uhr
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Moderne Piraten - Gefahr am Horn von Afrika
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"Atalanta" und Eufor
An dem Anti-Piraten-Einsatz der Europäischen Union am Horn von Afrika nehmen bis zu 1400 Bundeswehrsoldaten teil. Derzeit sind es rund 240 deutsche Soldaten und die Fregatte "Bremen". Sie sollen gemeinsam mit Soldaten aus anderen europäischen Ländern die Schiffe des Welternährungsprogramms, bei Bedarf auch zivile Schiffe, vor Übergriffen schützen sowie die Seewege überwachen. Der Einsatzbereich umfasst bis zu 500 Seemeilen.

Laut EU-Beschluss lautet das Ziel der Mission: "die Abschreckung, Verhütung und Bekämpfung von seeräuberischen Handlungen und bewaffneten Raubüberfällen". Dazu gehört explizit auch der "Einsatz von Gewalt". Der bislang geltende Einsatz war bis zum 15. Dezember 2009 befristet.





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