Treibstoff-Diebstahl Tanker nach Piratenüberfall wieder aufgetaucht

Die Seeräuber hatten es offenbar nur auf den Treibstoff abgesehen: Knapp eine Woche nach dem Überfall auf einen Öltanker ist das Schiff wieder aufgetaucht. Die Crew steuerte einen Hafen in Thailand an.


Kuala Lumpur - Glimpflicher Ausgang eines Piratenüberfalls: Knapp eine Woche nach dem Verschwinden eines Öltankers ist das Schiff wieder aufgetaucht. Die 14-köpfige Crew der MT "Orapin 4" sei unversehrt und habe den Frachter in einen thailändischen Hafen gebracht, teilte die Piraterie-Meldestelle der Internationalen Handelskammern (ICC) mit.

Der Kontakt zu dem Tanker war am 27. Mai auf der Fahrt von Singapur nach Indonesien abgebrochen. Zwei Tage später sollte das Schiff im Hafen von Pontianak in Indonesien einlaufen, kam dort aber nie an.Die Piraten hätten die Ladung Diesel gestohlen und an Bord die Kommunikationssysteme zerstört, sagte der Sprecher der Meldestelle.

Erst im April hatten Piraten in der Region einen japanischen Tanker entführt und die Dieselladung gestohlen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge nahmen die Täter damals drei Millionen Liter Treibstoff mit. Wie viel bei der Entführung der MT "Orapin 4" gestohlen wurde, ist nicht bekannt.

vks/Reuters/dpa



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static_noise 02.06.2014
1. optional
Da fehlt mir Hintergrund Recherche: Man 'klaut' keine Tonnen von Diesel im herkömmlichen Sinn. Die kann man schlecht in Kanistern oder Fässern wegtragen. Wie wurde die Ladung gelöscht, auf hoher See in einen anderen Tanker umpumpen? Das ist sicher auch nicht einfach, in einem Piratenhafen? Wo? Regulär in einem schlecht kontrollierten Hafen? Welches Land? Da muss es doch entweder Unterstützung anderer Länder oder aber größere Strukturen geben. Wäre interessant zu erfahren...
Readymade 02.06.2014
2. Etwas spärliche Infos....
Würde mich auch ziemlich interessieren, wie man einfach so eine Menge Treibstoff "Klauen" kann. Da hält man ja nicht einfach nen Kanister dran, saugt am Schlauch und Zack ist der Treibstoff weg....
rudi.waurich 02.06.2014
3. static_noise
Schauen Sie mal Berichte zum sogenannten 'bunkering' in Nigeria an. Nicht 'Bunkern' im herkömmlichen Sinne, wo ein Seeschiff seine Betriebsstoffe aufnimmt. In Nigeria wird Rohöl Supertankerweise geklaut, ohne daß irgend jemand was sieht. Das Schlimme daran ist, daß dieses Öl ja wieder in den 'normalen' Kreislauf eingeführt werden muß, entweder in Rotterdam oder an der Südküste der USA. In Nigeria gibt's keine richtig funktionsfähigen Raffinerien, und die SONARA in Limbe, Kamerun, wird sich mit Sicherheit nicht da dran beteiligen. In Indonesien kann man vermuten, daß die Ladung auf See umgepumpt wird, da es sich ja um Diesel handelt, daß relativ einfach (im Vergleich zu Rohöl) zu pumpen ist. In einem Hafen gibt's zu viele Augen, die kann man gar nicht alle schmieren (im wahrsten Sinne des Wortes), in den Zeiten von AIS ist das alles nicht so einfach. Falls Sie AIS nicht kennen, schauen Sie mal hier : http://www.marinetraffic.com/de/ais/home/?lang=de Einfach auf eins der Felder klicken, und Sie sehen alle Schiffe (außer Marine, Piraten und Co.) die in dem jeweiligen Seegebiet sind. Seeschiffe haben auch einen sogenannten Voyage Data Recorder, der außer technischen Infos auch Gespräche auf der Brücke aufzeichnet. Das sind natürlich Geräte, die Piraten als erstes zerstören, wenn sie ein Schiff übernehmen. Was ein VDR aufnimmt, steht hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Voyage_Data_Recorder
qoderrat 02.06.2014
4. Verfolgung
Zitat von rudi.waurichSchauen Sie mal Berichte zum sogenannten 'bunkering' in Nigeria an. Nicht 'Bunkern' im herkömmlichen Sinne, wo ein Seeschiff seine Betriebsstoffe aufnimmt. In Nigeria wird Rohöl Supertankerweise geklaut, ohne daß irgend jemand was sieht. Das Schlimme daran ist, daß dieses Öl ja wieder in den 'normalen' Kreislauf eingeführt werden muß, entweder in Rotterdam oder an der Südküste der USA. In Nigeria gibt's keine richtig funktionsfähigen Raffinerien, und die SONARA in Limbe, Kamerun, wird sich mit Sicherheit nicht da dran beteiligen. In Indonesien kann man vermuten, daß die Ladung auf See umgepumpt wird, da es sich ja um Diesel handelt, daß relativ einfach (im Vergleich zu Rohöl) zu pumpen ist. In einem Hafen gibt's zu viele Augen, die kann man gar nicht alle schmieren (im wahrsten Sinne des Wortes), in den Zeiten von AIS ist das alles nicht so einfach. Falls Sie AIS nicht kennen, schauen Sie mal hier : http://www.marinetraffic.com/de/ais/home/?lang=de Einfach auf eins der Felder klicken, und Sie sehen alle Schiffe (außer Marine, Piraten und Co.) die in dem jeweiligen Seegebiet sind. Seeschiffe haben auch einen sogenannten Voyage Data Recorder, der außer technischen Infos auch Gespräche auf der Brücke aufzeichnet. Das sind natürlich Geräte, die Piraten als erstes zerstören, wenn sie ein Schiff übernehmen. Was ein VDR aufnimmt, steht hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Voyage_Data_Recorder
Ich habe keine Vorstellung wie lange so ein Pumpvorgang von 3Mio Liter auf See dauert, das liegt doch sicher mindestens im hohen Stundenbereich? In Zeiten der Satellitenüberwachung, in der sogar eine Ölspur zum Verursacher verfolgt werden kann, ist es nicht möglich zu prüfen welches Schiff als Empfänger in Frage kommt? Schon allein die erforderliche Grösse der Tanks schränkt doch die Anzahl der Verdächtigen erheblich ein? Eine sehr interessante Info, kannte ich auch noch nicht. Da es bei einem Tanker wohl nicht wie bei einem Flugzeug auf ein paar kg ankommt, warum ist das System nicht redundant ausgelegt mit mehreren versteckten Recordern? Von mir aus auch über Wlan o.ä.?
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