Peinliche Panne bei Übung Polizisten beschädigen eigenen Wasserwerfer mit Eiern

Sie kommen aus Österreich und kosten 900.000 Euro pro Stück: Thüringer Polizisten wollten ihren neuen Hightech-Koloss "WaWe10" testen - und bewarfen das Fahrzeug mit Eiern, Tennisbällen und Plastikflaschen. Der Schaden war immens.

900.000-Euro-Auto WaWe 10 (in Hamburg): Schäden durch Eier und Tennisbälle
DPA

900.000-Euro-Auto WaWe 10 (in Hamburg): Schäden durch Eier und Tennisbälle


Erfurt - Es sollte wohl so etwas wie ein Triumphzug werden: Die Polizeiführer von Thüringen sollten von den Fähigkeiten des neuen Wasserwerfers "WaWe 10" überzeugt werden. Und was kann wohl mehr beeindrucken, als eine realistische Vorführung? Beamte der Bereitschaftspolizei übernahmen die Rolle von gewaltbereiten Demonstranten und attackierten den 33-Tonnen-Koloss mit Wurfgeschossen.

Statt echte Steine, Bierflaschen oder gar Molotow-Cocktails, wie sie bei Demonstrationen oder nach Fußballspielen gegen die Polizei geschleudert werden, verwendeten die Polizisten allerdings "neben Eiern auch Tennisbälle und halb gefüllte PET-Flaschen (0,5 l)", wie die Landespolizeidirektion dem MDR zufolge mitteilte. Peinlich daran war nur: Dadurch ist es offenbar "zu drei faustgroßen Schäden an der Polycarbonat-Panzerverglasung des Einsatzfahrzeuges" gekommen.

Ein solches Schadensbild sei nicht nachvollziehbar, erklärte die Landespolizeidirektion laut MDR. Das Thüringer Innenministerium ließ sogar mitteilten, dass ein solcher Schaden bundesweit noch nicht vorgekommen sei. Eine entsprechende Schadensmeldung sei bereits an das Bundesinnenministerium geschickt worden. Denn bezahlt hat den Hightech-Wasserwerfer mit einem 10.000-Liter-Tank der Bund.

Ganz offiziell hat das Bundesinnenministerium den österreichischen Hersteller Rosenbauer um eine Stellungnahme gebeten. Schließlich hat der Bund bei der Firma für die Bundespolizei und die Länder insgesamt 78 Wasserwerfer von besagtem Modell bestellt. Stückpreis: 900.000 Euro.

Die Landespolizeidirektion sieht die Einsatzbereitschaft des Wasserwerfers durch die Schäden nicht beeinträchtigt. Allerdings werde im Juli ein Sachverständiger entscheiden, ob die Frontscheibe ausgetauscht werden muss. Der neue Thüringer Wasserwerfer ist seit seiner Indienststellung im Herbst 2013 dreimal im Einsatz gewesen. Steine sollen dabei nicht geflogen sein.

nck



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