Kaiman als Wachmann: "Mr. Teeth" beschützt den Stoff

Wachhunde sind doch langweilig. Wie wäre es stattdessen mit einem Wach-Kaiman? Das dachte sich wohl ein mutmaßlicher Drogenhändler in Kalifornien - und hielt das 1,50-Meter-Tier in einem Schlafzimmer. Polizisten retteten "Mr. Teeth", doch der konnte seine Freiheit nicht lange genießen.

Kalifornien: Kaiman bewachte offenbar Marihuana Fotos
AP/ Alameda County Sheriffs Office

San Francisco - Bei einer Razzia haben Drogenermittler in Kalifornien einen Kaiman gefunden. Das Tier, passenderweise "Mr. Teeth" (Herr Zähne) genannt, bewachte offenbar 34 Pfund Marihuana. Der 1,50 Meter lange Kaiman wurde in einem Plexiglastank im Schlafzimmer eines Hauses in der Stadt Castro Valley an der Bucht von San Francisco gehalten. Das Drogenpaket hatte einen Wert von 100.000 Dollar.

Normalerweise leben die Tiere in Feuchtgebieten in Zentral- und Südamerika. Kaimane gelten als enge Verwandte von Alligatoren. Für "Mr. Teeth" fand die Befreiung durch die Behörden kein glückliches Ende. Der Zoo von Oakland teilte mit, das Tier sei einen Tag nach der Razzia gestorben. Es sei bereits bei seiner Ankunft am Zoo sehr krank gewesen.

"Wir treffen immer wieder auf Wachhunde, wenn wir nach Gewächshäusern und Leuten suchen, die alle möglichen Sorten Gras verstecken", sagte ein Ermittler. Aber ein Krokodil? "Das sieht man einfach nicht jeden Tag." Man habe schon mit Alligatoren zu tun gehabt aber niemand könne sich an ein so großes Krokodil erinnern, das so nahe an dem Paket gewesen sei, um als eine Art Wachmann zu dienen.

Der Besitzer des Tieres, Assif M., wurde festgenommen und wegen Besitzes von zum Verkauf bestimmtem Marihuana angeklagt. M. sitzt derzeit in Untersuchungshaft, die Kaution wurde auf 20.000 Dollar festgelegt. Mitte Januar soll er vor Gericht erscheinen. M. könnte auch Ärger von der Behörde für Fischerei und Wildtiere drohen, unter anderem wegen des Haltens eines exotischen Tieres ohne Erlaubnis.

Das Schicksal von "Mr. Teeth" erinnert an einen Fall aus Kanada, über den der SPIEGEL berichtete. Im Jahr 2010 machten Polizisten dort eine Cannabis-Plantage aus, auf der einige Bären lebten. Insgesamt zählten Polizisten 13 Tiere. Es wurde nicht ganz klar, ob die Bären Wachdienste leisteten, Wanderer oder Dope-Diebe abschreckten oder einfach nur so gehalten wurden. Jedenfalls fanden die Tiere das Angebot aus Hundefutter und rohpflanzlichen Wirkstoffen wohl so attraktiv, dass sie zugedröhnt zusammen auf dem Gelände lebten.

ulz/AP

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