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"Polizeiruf 110": Filmproduzent Thomas Wilkening tödlich verunglückt

Was ein gemütlicher Winterspaziergang hätte werden sollen, endete in einer Tragödie: Der Film- und Fernsehproduzent Thomas Wilkening brach auf der Ostseeinsel Hiddensee in einem vereisten Tümpel ein und starb, obwohl er noch per Handy die Polizei benachrichtigen konnte.

Produzent Wilkening: Jede Hilfe kam zu spät
DPA

Produzent Wilkening: Jede Hilfe kam zu spät

Kloster - Polizeiangaben zufolge hatte sich Wilkening in der Nacht zum Freitag nach einem Gaststättenbesuch im Ort Kloster auf den Heimweg nach Vitte gemacht. Auf dem Weg habe er offenbar die Orientierung verloren und sei eingebrochen. Die Ortsangaben, die der 48-Jährige über sein Handy machte, lagen weit entfernt von der tatsächlichen Unglücksstelle. "Sonst hätten wir ihn vielleicht noch rechtzeitig gefunden", sagte der Leiter der örtlichen Feuerwehr, Klaus Striesow.

Laut "Bild"-Zeitung hatte Wilkening um 1.51 Uhr den Notruf der Polizeidirektion Stralsund gewählt und gesagt: "Verdammt, ich bin hier im Eis eingebrochen, stecke schon 30 Zentimeter im Wasser. Ich komme nicht raus, breche immer wieder ein." Wilkening habe jedoch nicht genau angeben können, wo er sich befinde: "Hier ist es überall weiß. Überall ist Eis. Ich wollte von Kloster nach Vitte", zitiert das Blatt den Produzenten. Das Gespräch sei unterbrochen worden, die Polizei habe ihn noch einmal erreicht, doch dann sei die Verbindung endgültig abgebrochen.

Rund 50 Helfer, darunter Feuerwehr, Seenotrettungsdienst, Polizei und zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras, hatten in der Nacht vergeblich nach Wilkening gesucht. Laut Wasserschutzpolizei wurde der Vater zweier Kinder am Morgen gegen 08.30 Uhr von der Feuerwehr tot im Wasser eines Tümpels entdeckt. Eine Untersuchung zu Wochenbeginn soll klären, ob Wilkening ertrunken oder erfroren ist, wie die Polizei am Sonntag erklärte.

Wilkening wurde 1956 in Babelsberg geboren. Er war Chef der Potsdamer "Thomas Wilkening Filmgesellschaft mbH" und galt als Kopf der neuen Filmemacher aus Ostdeutschland. Seine Produktion "Herzsprung" aus dem Jahr 1992 ist laut German Films Service die erste unabhängige Spielfilmproduktion in Ostdeutschland nach dem Fall der Mauer. Wilkening hatte mehrere Folgen der Krimiserie "Polizeiruf 110" produziert sowie die Tucholsky-Verfilmung "Gripsholm" mit Heike Makatsch und Ulrich Noethen.

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