Potsdam Polizei räumt Polterabend mit Pfefferspray

Polizeieinsatz bei einem Polterabend in Potsdam: Ein Nachbar ruft die Beamten wegen Ruhestörung. Um die Party zu räumen, setzen die Beamten Pfefferspray ein. Übertriebene Gewalt - behaupten die Gäste.


Nach ihrem Einsatz mit Pfefferspray auf einem Polterabend in Potsdam stehen mehrere Polizisten in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, zu hart und unverhältnismäßig vorgegangen zu sein, wie mehrere Medien, unter anderem der "Tagesspiegel", berichten. Gäste behaupten, die Beamten hätten der Braut und anderen Gästen ohne Ankündigung Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.

Dieser Darstellung widerspricht die Polizei: Die Partygäste hätten sich unkooperativ verhalten und sich geweigert, das Gelände zu verlassen. Erst beim zweiten Anrücken sei Pfefferspray eingesetzt worden - weil einer der Partygäste ein Messer gezückt haben soll.

Die Beamten wurden demnach von den Nachbarn des Brautpaars gerufen. Offenbar war die Party den Anwohnern zu laut. Die Polizisten forderten die Gäste auf, leiser zu sein.

Zunächst hätten die Feiernden den Anweisungen der Polizei Folge geleistet: Die Musik wurde leiser gestellt. Doch anscheinend nur für kurze Zeit. Weil es immer noch zu laut war, rückten die Beamten ein zweites Mal an.

Jetzt wollten sie die Party beenden. Dabei eskalierte die Situation: Der Bräutigam soll die Polizisten beleidigt haben und sich der Personalfeststellung durch Weglaufen entzogen haben, teilte die Polizei mit. Die Beamten hätten Pfefferspray einsetzen müssen, weil einer der Gäste ein Messer gezückt habe. Zwei Gästen wurden Handschellen angelegt.

Diesem Vorgang wiederum widersprechen der Bräutigam und andere Partygäste. "Keiner hat die Polizisten angegriffen", zitierte der "Tagesspiegel" einen Gast. Demnach habe der Gast mit dem Messer lediglich das Buffett abgeräumt und niemanden bedroht.

Nach dem Einsatz wurden Anzeigen erhoben. Sowohl gegen die Gäste, aber auch vonseiten der Gäste gegen die Beamten.

kmy

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