Präfektur Fukui Behörden vermuten Störfall in japanischem AKW Tsuruga

Neue Atomprobleme im Westen Japans: In der Präfektur Fukui hat es offenbar einen radioaktiven Störfall im AKW Tsuruga gegeben. Nach Angaben der Behörden besteht angeblich keine Gefahr für die Umwelt. Das Kraftwerk hat bereits früher mit Mängeln Schlagzeilen gemacht.

Das AKW Tsuruga an der Westküste Japans: Radioaktiver Störfall
REUTERS/ Kyodo

Das AKW Tsuruga an der Westküste Japans: Radioaktiver Störfall


Tokio - Auf die Havarie des Kernkraftwerks Fukushima I im Osten Japans folgen nun Probleme mit einem Atommeiler an der Westküste. Es hat offenbar einen Zwischenfall im AKW Tsuruga II in der Präfektur Fukui gegeben. Schon vor dem schweren Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami am 11. März gab es hier Berichte über Probleme mit den Meilern.

Im ersten Kühlungsbecken des Reaktorblocks 2 wurde nun laut Jiji Press eine erhöhte Radioaktivität gemessen. Dies berichtete der Betreiber JAPC (Japan Atomic Power Company). Der Strahlenschutzplanungsstab der Präfektur befürchtet zwar, dass möglicherweise von den Brennstäben radioaktives Material durchsickert, erklärte jedoch zugleich, dass die Messwerte in der AKW-Umgebung unverändert seien und somit keinerlei Einfluss auf die Umwelt hätten. Laut JAPC soll ab sofort täglich die Radioaktivität des Kühlungswassers gemessen werden anstatt einmal pro Woche wie bisher. Nur so könnten die Ursache oder das Leck geortet werden.

Ein Sprecher der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien konnte den Zwischenfall am Montag zunächst nicht bestätigen. Bislang ist die Schwere des Vorfalls unklar. Japanische Medien berichten, dass die Werte laut JAPC weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten lägen. Doch da der Verdacht für ein Leck der Brennelemente bestehe, werde der Reaktor für eine Untersuchung zeitnah abgeschaltet. Wie lange, sei noch nicht absehbar.

Bei Tsuruga II handelt es sich um einen Siedewasserreaktor. Das durch Brennelemente erhitzte Kühlwasser eines ersten Beckens erhitzt über Rohre Kühlwasser eines zweiten Beckens, dessen Dampf wiederum per Turbinen Elektrizität erzeugt. Im Februar 2010 hatte das AKW 193 neue Brennelemente erhalten, die seit Juli 2010 genutzt werden.

Zwei weitere Reaktoren des Betreibers sind derzeit ebenfalls nicht in Betrieb: das AKW Tokai II wurde nach dem Erdbeben heruntergefahren, der Reaktor 1 in Tsuruga ist wegen Wartungsarbeiten heruntergefahren. Falls alle drei Reaktoren langfristig abgeschaltet bleiben, wäre keines der JAPC-AKW mehr in Betrieb.

Tsuruga ist vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima rund 360 Kilometer Luftlinie entfernt und liegt damit außerhalb der Katastrophenzone. Im Jahr 1981 waren aus dem AKW Tsuruga I radioaktive Substanzen entwichen. Später stellte sich heraus, dass der Betreiber dies verschleiert hatte.

Japanische Regierung billigt Aufbaufinanzierung

Japan kämpft weiter mit den Folgen des schweren Bebens, des Tsunamis und der Fukushima-Katastrophe. Takashi Kurita, Sprecher des Betreibers Tepco, sagte, derzeit werde die Installierung eines Luftreinigungsfilters in Reaktor 1 vorbereitet. Dieser solle die Radioaktivität in den kommenden Tagen um 95 Prozent reduzieren. Damit soll es den Ingenieuren ermöglicht werden, erstmals seit Beginn der Krise den Reaktor wieder zu betreten, um die Kühlsysteme wieder in Gang zu bringen.

Offen bleibt die Frage, ob Tepco für das Desaster aufkommen soll. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte, der Atomkraftwerkbetreiber sei unbegrenzt schadensersatzpflichtig. Das Erdbeben und der Tsunami seien nicht unvorhersehbar gewesen, daher sei nach dem Gesetz eine Ausnahmeregelung nicht möglich. Das Parlament in Tokio hat einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Wiederaufbauarbeiten nach den Verheerungen verabschiedet. Nach dem Unterhaus billigte am Montag auch das weniger einflussreiche Oberhaus einstimmig den Entwurf, der Ausgaben in Höhe von vier Billionen Yen (33 Milliarden Euro) vorsieht. Der Haushalt trat umgehend in Kraft.

Mit dem Geld sollen der Bau neuer Häuser für mehr als 100.000 Menschen, die Räumung von Schutt und Trümmern sowie Unterstützung für in Not geratene Unternehmen finanziert werden. Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte, in den kommenden Monaten sei mit weiteren Kosten zu rechnen. Dann muss Ministerpräsident Naoto Kan mit mehr Widerstand aus den Reihen der Opposition rechnen. "Wir unterstützen diesen Haushaltsplan nur wegen der dringenden Notwendigkeit, Wiederaufbauprojekte zu finanzieren", sagte Mikishi Daimon von der oppositionellen Kommunistischen Partei.

Die Opposition hat Kan bereits aufgefordert, wegen seines Umgangs mit der Naturkatastrophe und besonders seiner Reaktion auf die Fukushima-Krise zurückzutreten. Die Öffentlichkeit traut dem Regierungschef offenbar nicht viel zu. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Zeitung "Asahi" erklärten 55 Prozent der Befragten, sie hätten angesichts der Krise nur noch geringe Erwartungen an das Kabinett. Nur 27 Prozent gaben an, sie hofften noch auf die Regierung.

jjc/rkv/dpa/dapd

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Seite 1
Deepthought42.0815 02.05.2011
1. selbstredend,..
Zitat von sysopNeue Atom-Probleme im Westen*Japans: In der Präfektur Fukui hat* es offenbar einen radioaktiven*Störfall im*AKW Tsuruga gegeben. Nach Angaben der Behörden*besteht angeblich keine Gefahr für die Umwelt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,760130,00.html
Logisch, ist ja bei 100 % aller Unglücke so - mithin ein Naturgesetz. Man kann gar nciht so viel essen wie man kotzen muss angesichts dieser ewig gleichen, und meist dreist gelogenen, Floskel.
Crom 02.05.2011
2. ...
Scheint ja kein ernsthafter Störfall zu sein. Solche gibt's jedes Jahr. Aber seitdem in Japan nichts mehr Spektakuläres passiert, muss man sich an solche Nichtigkeiten halten.
A_Friend, 02.05.2011
3. Titel
Zitat von Deepthought42.0815Logisch, ist ja bei 100 % aller Unglücke so - mithin ein Naturgesetz. Man kann gar nciht so viel essen wie man kotzen muss angesichts dieser ewig gleichen, und meist dreist gelogenen, Floskel.
Ist dcoh klar, daß zu keinem Zeitpunkt für niemanden keine Gefahr bestand. Sonst könnte ja der sonst so selbstdisziplinierte Japaner doch glatt mal Panik bekommen. Aber der Regierung kann man ja vertrauen, die lügt doch nicht? (Wieso habe ich jetzt in meinem Kopfkino gerade das Bild aus "When the wind blows", als Jim am Küchentisch sitzt und die Regierungsbröschüre "Wie überlebe ich den nuklearen Fallout" liest und seiner Hilda erklärt, daß alles ab-so-lut sicher sei???)
isotop7 02.05.2011
4. Keine Worte
Zitat von Deepthought42.0815Logisch, ist ja bei 100 % aller Unglücke so - mithin ein Naturgesetz. Man kann gar nciht so viel essen wie man kotzen muss angesichts dieser ewig gleichen, und meist dreist gelogenen, Floskel.
Wir sollten nicht so überheblich sein, alles besser wissen zu wollen. Ein Sandsturm an der Autobahn genügte hier, Chaos und unbeschreibliches Leid hervorzurufen. Das Leid der Menschen in Japan ist durch die Naturkatastrophe unermesslich, durch die AKW-Havarie verstärkt, es ist durch letztere aber kein Menschenleben vernichtet worden. Mir ist nicht zum Kotzen.
obenauf 02.05.2011
5. Nichtigkeiten
Zitat von CromScheint ja kein ernsthafter Störfall zu sein. Solche gibt's jedes Jahr. Aber seitdem in Japan nichts mehr Spektakuläres passiert, muss man sich an solche Nichtigkeiten halten.
Schade, das wir jetzt wieder 25 Jahre warten müssen, das mal wieder was passiert, gelle, Sie kleiner Schelm.
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