Prinz Harrys Hochzeit Bettler sollen aus Windsor verbannt werden

Am 19. Mai sollen in Windsor die Hochzeitsglocken für Prinz Harry und Meghan Markle läuten. Bis dahin will ein örtlicher Politiker Bettler aus der Stadt verbannen - und löst damit Kritik aus.

DPA

Ob dieser Plan im Sinne des sozial engagierten Paares Prinz Harry und Meghan Markle ist? Ein britischer Kommunalpolitiker will vor der royalen Hochzeit Bettler und Obdachlose mithilfe der Polizei aus Windsor verbannen. Er hat damit heftigen Widerspruch ausgelöst.

In mehreren Tweets und einem Brief an den lokalen Polizeichef drückte Simon Dudley die Sorge aus, Obdachlose im Straßenbild könnten "eine schöne Stadt in einem leider unvorteilhaften Licht erscheinen lassen". In einem Tweet von Ende Dezember schrieb er, dass er die Polizei auffordere, sich vor der königlichen Hochzeit um die "Epidemie von Obdachlosigkeit und Landstreicherei" zu kümmern.

Vor allem Bettler würden eine "besorgniserregende und feindselige Atmosphäre" schaffen für Bewohner und "die sieben Millionen Touristen, die jedes Jahr nach Windsor kommen", schreibt der konservative Vorsitzende des Kommunalparlaments von Windsor und Maidenhead.

Dabei betont er, dass viele Bettler in der Stadt seiner Ansicht nach gar nicht obdachlos sind. Die Restlichen hätten Dudley zufolge "alle Unterstützungsangebote" abgelehnt. Geht es nach ihm, soll unter anderem ein Gesetz aus dem Jahr 1824 genutzt werden, das das Übernachten im Freien und Betteln unter Strafe stellt.

Hilfsorganisationen kritisieren Dudleys Äußerungen. Murphy James vom Windsor Homeless Project sagte dem "Guardian" zufolge, Obdachlose würden nicht aus freien Stücken auf der Straße schlafen und betteln. "Niemand macht das freiwillig. Wir sollten diese Menschen nicht dämonisieren, sondern fragen, was wir tun können, um ihnen zu helfen."

Prinz Harry und Meghan Markle hatten im November ihre Verlobung bekannt gegeben. Sie wollen am 19. Mai auf Schloss Windsor heiraten. Auch Premierministerin Theresa May wird sich möglicherweise dem Thema annehmen müssen. Sie ist die Parlamentsabgeordnete für den betreffenden Wahlkreis.

bbr/dpa



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