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Kaltluft aus Skandinavien: Winter verlängert bis Ostern

Fotostrecke: Schnee zum Frühlingsanfang Fotos
DPA

Zum kalendarischen Frühlingsanfang bleibt das Wetter in Deutschland grausig: Im Norden und Nordosten liegt eine dicke Schneedecke, auch im Rest der Republik lässt der Winter kaum locker. Wer wissen will, wie es in den nächsten Tagen weitergeht, muss stark sein.

Hamburg - Für Astronomen ist der Fall klar: Heute um 12.02 Uhr war Frühlingsanfang. Wo bisher festgetrampelter Schnee und Eis das Land panzerten, sollte es jetzt eigentlich losgehen, Stichwort: blaues Band, lila Krokusse, Veronika, der Lenz ist da. Stattdessen reicht für Nicht-Astronomen ein Blick aus dem Küchenfenster, um zu wissen: Es herrscht Winter in Deutschland, eisig und nebelgrau.

Besonders hart trifft es wieder einmal den Norden. Auf Rügen gab es in der Nacht 35 Zentimeter Neuschnee, mancherorts türmte der Wind den Schnee meterhoch auf. Am Morgen sei auf der Insel kein einziger Schulbus gefahren, sagte ein Behördensprecher. In Rostock gab es 67 Unfälle auf Glatteis. Und in Berlin-Tegel wurden 28 Flüge wegen Schnee und Eis gestrichen. Für Donnerstag erwarten Meteorologen an den Küsten noch einmal bis zu zehn Zentimeter Schnee, in Berlin sollen es bis zum Wochenende sogar zwanzig Zentimeter sein.

Nun sind Wintereinbrüche im März nichts Ungewöhnliches, und in den südlichen Bundesländern ist es immerhin ein wenig milder. Dennoch zeigen sich selbst Experten beeindruckt von der Hartnäckigkeit der trostlosen Wetterlage. "Es ist schon außergewöhnlich, dass sich das so lange hinzieht", sagt Fabian Ruhnau von Meteomedia.

Grund für den ausbleibenden Frühling ist ein hartnäckiges Kaltluftgebiet über Skandinavien. "Das ist richtige Winterluft", sagt Meteorologe Ruhnau, "und die schafft es immer wieder, bis nach Deutschland vorzudringen". Eiskalt weht der Wind wegen dieser Wetterlage aus östlicher und nordöstlicher Richung - "da kann es einfach nicht Frühling werden".

Tatsächlich sehen die Prognosen für die nächsten Tage düster aus. Im Großen und Ganzen werde sich an der Situation bis Mitte nächster Woche nichts ändern, sagt Ruhnau. Höchstens am Oberrhein könne es ein bisschen wärmer werden, ansonsten gilt: Bis Ostern gibt es weiter das Knirschen von Splitt und Streusalz unter den Schuhen.

"Die Kaltluft im Norden wird sich eher noch verstärken", sagt Ruhnau. Sogar Dauerfrost sei fürs Wochenende zu erwarten; im Osten Deutschlands vielleicht sogar mit Rekord-Tiefstwerten für die Jahreszeit. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern könne dann immerhin auch mal die Sonne scheinen - "aber es bleibt bitterkalt durch den scharfen Ostwind".

Ein schwacher Trost: Auch in anderen Gegenden Europas ist es nicht weit her mit dem Frühling. Wer es wärmer will, muss schon nach Südspanien, nach Griechenland - oder auf die Inseln im östlichen Mittelmeer. Dort werden heute 21 Grad gemeldet. Glückliches Zypern.

rls/dpa

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1. optional
spon-facebook-1425926487 20.03.2013
Also in München hat es heute etwa 12 Grad und wenigstens etwas Sonne.. :-)
2. Wieso
ridgleylisp 20.03.2013
Es ist doch nur eine Lappalie, ein Nebenprodukt der "Klimaerwärmung". Also freut Euch doch!
3.
lupenreinerdemokrat 20.03.2013
Bin mal auf die statistischen Taschenspielertricks gespannt, wie dieses Jahr mal wieder in ein neues Wärmerekordjahr von unseren Klimatologen verwandelt wird, um den Teufel der Klimaerwärmung an die Wand zu malen.... Nur existiert diese leider lediglich in ein paar eng abgegrenzten Regionen des Nordatlantik. Ansonsten wäre sie ein Segen, wenn sie denn kommen würde....
4. ?
echobravo 20.03.2013
Zitat von spon-facebook-1425926487Also in München hat es heute etwa 12 Grad und wenigstens etwas Sonne.. :-)
Was hat 12 Grad?
5.
statussymbol 20.03.2013
Zitat von sysopDPAZum kalendarischen Frühlingsanfang bleibt das Wetter in Deutschland grausig: Im Norden und Nordosten liegt eine dicke Schneedecke, auch im Rest der Republik lässt der Winter kaum locker. Wer wissen will, wie es in den nächsten Tagen weitergeht, muss stark sein. http://www.spiegel.de/panorama/prognose-zum-fruehlingsanfang-winterwetter-bis-ostern-a-889992.html
Na, wo bleiben denn die üblichen Schnacker die nicht Müde werden zu verkünden dass Schnee und Kälte ja "total normal im Winter" seien? Klar dass in vielen Gegenden schon die Vögel tot von den Bäumen fallen -geschenkt: Zweigeteiltes Deutschland: Schneerekord im Frühling – Vögel fallen tot vom Baum - Meteorologie - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/wissen/natur/meteorologie/zweigeteiltes-deutschland-schneerekord-im-fruehling-voegel-fallen-tot-vom-baum_aid_943995.html) Klar, auch dass es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Norden nie einen düsteren Winter mit weniger Sonnenstunden gab, geschenkt: Rekord: Dieser Winter ist der Düsterste Norddeutschland Nachrichten / LN - Lübecker Nachrichten (http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Rekord-Dieser-Winter-ist-der-Duesterste) Auch der deutsche Wetterdienst meldet Rekorde von Schneefällen und Temperaturen die den hier gerne zitierte Winter '69 offiziell übertreffen: "An einigen Orten verzeichnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) März-Rekorde bei den Schneehöhen. An der Station Hamburg-Fuhlsbüttel war die Schneedecke 28 Zentimeter dick, damit wurde der bisherige Märzrekord eingestellt - am 17. März 1969 lagen dort 25 Zentimeter Schnee." März-Rekorde: Der Winter will nicht weichen | Aus aller Welt*- Kölnische Rundschau (http://www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/maerz-rekorde-der-winter-will-nicht-weichen,15184900,22111338.html) Jeder ist genervt davon - wenigstens wissen die ganzen Winterspinner jetzt endlich wie ich mich von November mit April fühle. Von daher gönn ich es allen "Schnee und Winter ist ja voll schön und voll normal"-Schnackern. Ich hoffe ihr erstickt dran!! :-D
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