Prostitution Super Bowl zieht Tausende Huren an

150.000 Fans an einem Ort: Der Super Bowl ist Höhepunkt der US-Sportsaison. Daran wollen auch Zuhälter verdienen. Doch Polizei und Menschenrechtsgruppen kämpfen gegen illegale Prostitution bei dem Mega-Ereignis - mit Zivilfahndern und Streetworkern.

Polizisten in Dallas, Prostituierte: Zuhälter wollen beim Super Bowl Kasse machen
AP

Polizisten in Dallas, Prostituierte: Zuhälter wollen beim Super Bowl Kasse machen


Arlington - In Texas dreht sich derzeit alles um Football. Am Sonntag stehen sich im Meisterschaftsfinale der Profiliga NFL die Pittsburgh Steelers und die Green Bay Packers gegenüber. Den Super Bowl, wie das Endspiel heißt, werden bis zu 150 Millionen Menschen im Fernsehen verfolgen. Und etwa 150.000 Fans sind in das Ballungsgebiet gereist, das die Städte Dallas, Fort Worth und Arlington bilden.

Doch nicht alle kommen nur, um das Spiel zu verfolgen. Das Sportspektakel hat eine dunkle Seite: Es zieht illegale Prostitution an, in vielen Fällen Zwangsprostitution. Polizei und Menschenrechtsgruppen bereiten sich vor, Zuhälter und Freier dingfest zu machen.

"Wir haben eigens die Sittenpolizei aufgestockt", sagt Polizeisprecher Kevin Jansen in Dallas. "Wir werden Beamte in Zivil in diversen Hotels stationieren, um nach Hinweisen für Zwangsprostitution zu suchen." Vor dem Stadion in Arlington sollen Plakate mit den Polizeifotos ertappter Freier potentielle Kunden von Prostituierten abschrecken. "Das könnten auch Sie sein", steht unter den Fotos.

Zum Super Bowl 2010 in Miami waren nach Polizeischätzungen bis zu 10.000 Prostituierte gekommen. Es liegen keine offiziellen Zahlen vor, wie viele davon minderjährige Zwangsprostituierte waren. Nach Polizeiangaben wurden in Miami in der Super-Bowl-Woche 14 Personen wegen Prostitution verhaftet. Das sei keine außergewöhnlich hohe Zahl, berichtete der TV-Sender WFAA aus Dallas.

"Menschenhändler folgen dem Geld, und der Super Bowl bringt viel Geld"

Deena Graves von der Initiative Traffick 911, die gegen Zwangsprostitution kämpft, berichtet von 12- bis 14-Jährigen, die für das Geschäft mit dem Sex bei dem Sport-Event ausgenutzt würden. "Unsere Gruppen sind überall in Texas aktiv, um auf das Problem aufmerksam zu machen", sagt Graves. Teams von Freiwilligen seien auf den Straßen unterwegs und sprächen mit Passanten. Im Internet gibt es eine Kampagne, auch die örtlichen Medien sind beteiligt. "Menschenhändler folgen dem Geld, und der Super Bowl bringt viel Geld", sagte Graves WFAA.

Viele Opfer werden aus armen Ländern zum Einsatz in die USA verschleppt. Andere werden in sozial schwachen Stadtvierteln vor Ort rekrutiert. Am Samstag vergangener Woche besuchten ehrenamtliche Helfer Brennpunkte von Dallas, um Anwohner auf die Gefahr aufmerksam zu machen. "Anfangs war ich etwas nervös, weil ich bei fremden Leuten an der Tür klopfen musste, aber es ist einfach nötig", sagt die Freiwillige Amber Simpson, die mehr als hundert Wohnungen besuchte. Mit ihren Helfern verteilte sie Info-Broschüren und warnte vor Zuhältern, die Mädchen in die Prostitution führen.

Auch Fluggesellschaften sind an der Präventionsarbeit beteiligt. Am Montag gab es auf dem Flughafen von Dallas ein Training für Flugbegleiter, damit sie mögliche Fälle von Zwangsprostitution besser erkennen können. Dem Bordpersonal werde gezeigt, wie es verdächtige Situationen erkennen könne und wen es bei Verdachtsfällen einschalten solle, sagt Nancy Rivard von der Gruppe Airline Ambassadors. In den Tagen vor dem Super Bowl seien vier Opfer von Zwangsprostitution aus den Flugzeugen von drei Airlines gerettet worden, unter ihnen ein Mädchen aus Kambodscha. "Das war ein guter Start", so Rivard.

ulz/AFP

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insgesamt 20 Beiträge
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Thomas Kossatz 04.02.2011
1. Ds ist eine Null-Meldung.
Ds ist eine Null-Meldung. Jede Messe, jedes Großereignis zieht Dienstleister an.
Tostan 04.02.2011
2. Titelzwang nervt
Gab es nicht auch vor der Fussball-WM in Deutschland einen ähnlichen Medien-Hype? Zur WM dann gab es Berichte von (legalen)Prostituierten, die sich über Kundenmangel beschwerten.
sam80, 04.02.2011
3. Iaa
bei der IAA in Frankfurt sind auch mehr Prostituirte unterwegs als sonst was soll die Meldung.
Parzival v. d. Dräuen 04.02.2011
4. .
Das sollte unbedingt höher besteuert werden. Es kann wohl nicht sein, dass die Huren sich bei solchen Events dumm und dämlich verdienen und dieser Mehrverdienst nicht zumindest teilweise in karitative Bahnen gelenkt wird.
Roßtäuscher 04.02.2011
5. In den prüden USA ist doch die Prostitution verboten
Zitat von sysop150.000 Fans an einem Ort: Der Super Bowl ist Höhepunkt der US-Sportsaison. Daran wollen auch Zuhälter verdienen. Doch Polizei und Menschenrechtsgruppen kämpfen gegen illegale Prostitution bei dem Mega-Ereignis - mit Zivilfahndern und Streetworkern. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,743638,00.html
Während der Prohibition soffen die Amis wahrscheinlich mehr als selten zuvor. So wird es wohl auch mit der Prostitution sein. Man ist an der Front so scheinheilig, dass die Begierde gleich fünfmal so hoch ist, wie europäischer Standard. Was haben die Amis für schreckliche Probleme.
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