Prozess gegen Bohlen Thomas Anders verliert Millionen-Klage

Richter Mauck nahm kein Blatt vor den Mund: Eine Schmerzensgeld-Klage des Ex-Modern-Talking-Sängers Thomas Anders gegen Dieter Bohlen ließ er mit der Begründung platzen, der Anders wolle mit dem Prozess doch nur Publicity erzeugen. Aber auch der verklagte Bohlen bekam sein Fett weg.


Thomas Anders (links) und Dieter Bohlen bei ihrem letzten gemeinsamen Auftritt: Hauptsache Aufsehen erregen
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Thomas Anders (links) und Dieter Bohlen bei ihrem letzten gemeinsamen Auftritt: Hauptsache Aufsehen erregen

Berlin - Der Vorsitzende Richter Michael Mauck sagte, die Forderung sei dermaßen überzogen gewesen, "dass sie offensichtlich nur dazu diente, Aufmerksamkeit zu erregen".

Anders habe keinerlei Beeinträchtigungen nennen können, die seine Forderung rechtfertigten, sagte der Richter. Stattdessen habe er die Klage öffentlichkeitswirksam ausgerechnet am Tag seiner Single-Veröffentlichung angekündigt.

Der ehemalige Gesangspartner von Dieter Bohlen war in dessen Skandal-Buch "Hinter den Kulissen" beschuldigt worden, durch getürkte Spesenrechnungen Gelder der gemeinsamen Pop-Formation Modern Talking hinterzogen zu haben. Der beleidigte Anders sah sich daraufhin als "verkaufsfördernde Maßnahme" missbraucht und forderte eine Million Euro Schmerzensgeld und Gewinnabschöpfung von Bohlen.

Mauck bezweifelte jedoch, dass Anders durch die Lästereien seines Ex-Kollegen wirklich gekränkt worden sei. Schließlich sei es fraglich, "ob der durchschnittliche Mensch überhaupt ernst nimmt, was Dieter Bohlen von sich gibt".



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