Prozess gegen Patrick Lindner "Ich wehre mich bis zur letzten Instanz"

In der Schlagerwelt von Patrick Lindner geht es um Liebe und Versöhnung. In der Welt von Friedrich Raab, Lindners bürgerlicher Name, geht es um dürre Zahlen und einen Vorwurf des Finanzamts: Steuerhinterziehung.


Schlagerstar Lindner: "Bis zur letzten Instanz"
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Schlagerstar Lindner: "Bis zur letzten Instanz"

München - Lindner soll zwischen 1993 und 1996 seine Villa im Münchner Vorort Grünwald zum Schein an seinen Manager und Lebensgefährten Michael Link vermietet und so insgesamt 313.000 Mark Einkommenssteuer hinterzogen haben.

Der Schlagersänger bestreitet diese Vorwürfe vehement: Er werde notfalls "bis zur letzten Instanz" gehen, um sich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Lindner behauptet, damals mit Link nur befreundet gewesen zu sein - er selbst habe in den drei Jahren in einer eigenen Wohnung in Dachau und bei seinem damaligen Partner gewohnt - einen Namen für eine Zeugenaussage wollte der Sänger dem Gericht aber nicht nennen.

Die Anklage wirft Patrick Lindner vor, neben der Steuerhinterziehung auch noch versucht zu haben, mehr als 800.000 Mark an Privatausgaben von der Steuer abzusetzen. So sagte eine Finanzbeamtin aus, der Schlagerstar habe mehrere hunderttausend Mark für den Bau der Villa, die komplette noble Innenausstattung samt Springbrunnen und sogar Bettwäsche absetzen wollen.

Der Staatsanwalt stützt seine Anklage auf zwei Säulen: Zum einen soll Lindner im gesamten Jahr 1995 in seiner Dachauer Wohnung nur sieben Kilowattstunden an Strom verbraucht haben, auch die Telefonrechnung sei auffallend niedrig. Zum anderen hätten Link und er in Interviews immer wieder gesagt, sie seien bereits seit 1992 ein Paar. Der Richter zitierte deshalb unter anderem aus Links Autobiografie "Ein Lebenstraum wird wahr".



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