Prozess Klaus Löwitsch droht Gefängnisstrafe

Sollte Klaus Löwitsch am Mittwoch vom Berliner Amtsgericht Tiergarten wegen Körperverletzung und sexueller Nötigung verurteilt werden, droht ihm eine mindestens einjährige Haftstrafe. Der Schauspieler wiederum droht damit, Deutschland zu verlassen.

Von Alexander Schwabe


Klaus Löwitsch
DPA

Klaus Löwitsch

Berlin - Bei einem Gelage in der Künstler-Kneipe "Emil" soll Klaus Löwitsch, 65, in der Nacht zum 25. Februar 2000 seiner Kollegin, der Schauspielerin Claudia W., 38, in den Ausschnitt gegrapscht haben. Später auf der Straße soll er sie nach ihren Aussagen von hinten gewürgt, ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen und in den Schritt gefasst haben mit den Worten "Ihr Ostbräute wollt und braucht das!".

Löwitsch ("Peter Strom"), der Mann mit dem Macho-Image, hält sich für unschuldig. Er habe an dem Abend zwei Flaschen Rotwein und mindestens 15 doppelte Grappa getrunken. Das sei kein Verbrechen. Der Rest der Geschichte sei "von Anfang bis Ende" erlogen. Resultat einer Intrige ostdeutscher Schauspieler, die befürchteten, er habe ihnen Rollen am Theater wegnehmen wollen. Die Klägerin diffamiert er mit der Behauptung, sie habe sich durch alle Betten geschlafen.

Immerhin: Einen Tag nach dem angeblichen Vorfall soll Löwitsch die Begrapschte angerufen und ihr einen Scheck über 2000 Mark hinterlegt haben.

Sie aber akzeptierte das Angebot nicht und übergab der Polizei einen handschriftlichen Entschuldigungsbrief Löwitschs und zeigte ihn an. Ein ärztliches Schreiben attestiert ihr, Würgemale und ein blaues Auge davongetragen zu haben. In Zeitungsberichten war auch von Blutergüssen und einem Gehörtrauma die Rede.

"Bayern gehört nicht zu Deutschland"

Die angebliche Körperverletzung hatte fortan einen Bumerangeffekt für Löwitsch. Er sieht sich als Opfer. Kürzlich sagte er der "Bild"-Zeitung: "Seit diesen Beschuldigungen kann ich meinen Beruf nicht mehr richtig ausüben. Ich bin völlig blockiert, kann so nicht mehr arbeiten." Durch die Geschichte seien seine Probleme mit der Hüfte und seine Schmerzen in den Halswirbeln schlimmer geworden. Einen Kinofilm und zwei Theaterproduktionen habe Löwitsch bereits absagen müssen. "Ein normaler Bewegungssablauf vor der Kamera ist nicht möglich. Ich hinke jetzt auch viel stärker."

Löwitsch hat angekündigt, im Falle eines aus seiner Sicht unfairen Prozesses Deutschland zu verlassen. In einem solchen Land wolle er dann nicht mehr leben. Bei einer Verurteilung wolle er in sein Heimatland Österreich zurückkehren. "Wenn Nordtirol, wo ich ein Haus habe, nicht ausreicht, gibt es in Südtirol einen befreundeten Abt. Der wird mir schon ein Plätzchen zur Verfügung stellen", sagte Löwitsch dem Berliner Boulevardblatt "B.Z.". Dass seine Frau in München wohnt, stört ihn offenbar nicht: "Da gehe ich weiter hin. Bayern gehört für mich sowieso nicht zu Deutschland."



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