Tier macht Sachen

Tier macht Sachen Python als Verantwortlicher für Katzenschwund identifiziert

Gefangener Python: Katzen als Leibspeise
Port St. Lucie Police

Gefangener Python: Katzen als Leibspeise


Unter Katzenbesitzern in Port St. Lucie ging die Angst um. Immer wieder verschwanden die Tiere spurlos. Nun wurde ein Verdächtiger gefasst. Die Indizien gegen ihn sind, nun ja, erdrückend.

Die Polizei geht davon aus, dass sich ein 3,60 Meter langer Python unter Büschen bei einem Wohngebiet versteckte und gerne mal Katzen aus der Nachbarschaft fraß. Diverse Haustiere soll die 60-Kilo-Schlange verschlungen haben; als sie gefunden wurde, war sie in wohlgenährtem Zustand.

Der Katzenschwund der vergangenen neun Monate werde nun ein Ende finden, glauben Polizei und Anwohner. "Es ist die Antwort auf so viele Fragen", sagte Pamela Dinola. Sie verlor fünf ihrer sieben Katzen. Zunächst habe sie Waschbären in Verdacht gehabt. Vor wenigen Tagen ließ sie diese Theorie fallen, als sie die Nachbarskatze sah, eingewickelt von der Schlange.

Die Ermittler betrachten den Fall der verschwundenen Katzen als abgeschlossen. Es sei wahrscheinlicher, dass der Python dafür verantwortlich sei, als dass er es nicht sei, sagte ein Polizeisprecher.

Vermutlich wurde die Schlange von ihrem Besitzer ausgesetzt - lange, bevor das Tier ausgewachsen war. Das kommt dem Sprecher zufolge häufiger vor. Zoologen vermuten zudem, dass viele Pythons freikamen, als Hurrikan Andrew 1992 Tiergeschäfte zerstörte.

Die Schlangen, eigentlich in Südostasien zu Hause, haben in Florida keine natürlichen Feinde und ernähren sich von einheimischen Tieren. In einem Fall fiel sogar ein ausgewachsener Hirsch einer Schlange zum Opfer. 2005 platzte ein Python, der einen ganzen Alligator verschluckt hatte.

In Gebieten wie dem Nationalpark Everglades haben sich die Schlangen zur Plage entwickelt, es soll dort bereits viele zehntausend Exemplare geben. Und manchmal verlassen sie das Naturschutzgebiet auch - wie nun wohl in Port St. Lucie.

Um der Schlangenplage Herr zu werden, setzen die Behörden unter anderem Ortungsgeräte, Massenjagden und Schlangenspürhunde ein. Zudem ist in Florida inzwischen die Haltung oder das Verkaufen von Pythons als Haustiere verboten.

ulz/Reuters

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2 Leserkommentare
Wagnerf 13.08.2014
neinsowasaberauch 13.08.2014

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