Traditionsfeier der Queen Die Trauerparade

Immer im Juni wird in Großbritannien der Geburtstag der Queen gefeiert - obwohl sie an einem Apriltag zur Welt kam. In diesem Jahr richtete Elizabeth II. nachdenkliche Worte an ihr Volk.

AP

Die Lösung ist pragmatisch und hat Tradition: Die große Geburtstagsparty zu Ehren von Queen Elizabeth II. steigt stets im Juni. Zwar wurde die Monarchin am 21. April geboren, aber für die Parade "Trooping the Colour" sollte das Wetter möglichst gut sein - und dazu stehen die Chancen im Sommer besser als im Frühling. In diesem Jahr (es ist ihr 91. Geburtstag) ging die Rechnung auf, die Königin und Prinzgemahl Philip rollten am Samstag in einer offenen Kutsche durch London.

Zum Feiern war ihnen aber nicht zumute.

"Dieser Tag", erklärte die Queen, sei zwar "traditionell ein Tag der Freude". Doch dieses Jahr sei es schwierig, nicht die "sehr dunkle Stimmung der Nation" zu spüren. Sie spielte damit nicht nur auf den verheerenden Hochhausbrand im Grenfell Tower mit mindestens 30 Toten an, sondern auch auf die Reihe von islamistischen Anschlägen, bei denen innerhalb kurzer Zeit in Manchester und London viele Menschen ums Leben kamen.

"Entschlossen angesichts des Unglücks"

Nach dieser "Abfolge schrecklicher Tragödien" müssten die Briten sich auf ihre Geschichte besinnen, erklärte die Monarchin. "Wenn das Vereinigte Königreich auf die Probe gestellt wird, zeigt es sich entschlossen angesichts des Unglücks."

Die Briten seien "geeint in unserem Schmerz". Aber geeint seien sie auch "in der Unterstützung für all diejenigen, die ihr Leben wieder aufbauen", hieß es in der Erklärung von Elizabeth II. weiter. Für die Opfer des Hochhausbrands legte sie auf den Stufen des Buckingham Palace eine Schweigeminute ein.

Gedenken an Jo Cox

Im Rahmen der Parade zeichnete die Queen zudem einen Mann namens Bernard Kenny für seine Tapferkeit aus. Kenny war vor einem Jahr der britischen Labour-Abgeordneten Jo Cox zur Hilfe geeilt, als ein rechtsradikaler Extremist diese mit einer Schusswaffe und einem Messer attackierte. Cox starb später an ihren Verletzungen.

Das Attentat ereignete sich eine Woche vor dem Brexit-Referendum, die getötete Politikerin hatte sich für den Verbleib Großbritanniens in der EU eingesetzt.

cst/AFP/dpa



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