Köln - Ein defektes Ventil hat den starken Rauch in einem Flugzeug auf dem Flughafen Köln-Bonn ausgelöst. Nach Angaben der Fluggesellschaft XL Airways war ein defektes Rückschlagventil im Hydrauliksystem der Grund für den Qualm in der Kabine, durch den am Montag elf Menschen verletzt wurden. Beim Bremsen nach der Landung sei so verdampfte Hydraulikflüssigkeit über einen Fahrwerkschacht in die Kabine gelangt, sagte XL-Sprecher Herbert Euler.
Der Rauch hatte sich unmittelbar nach der Landung der Boeing 737 im Passagierraum ausgebreitet und einen Großalarm auf dem Flughafen ausgelöst. Elf Passagiere kamen mit Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus und wurden wegen Reizungen der Atemwege behandelt. XL-Sprecher Euler versicherte: "Das war nicht gefährlich. Das war auch kein Rauch, das waren Dämpfe von Hydraulikflüssigkeit, und die haben zugegebenermaßen einen beißenden Geruch."
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig ist mit drei Mitarbeitern vor Ort. Zum Stand der Ermittlungen gibt es bislang keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft Köln wartet auf einen Bericht der Polizei. "Ob es einen Anfangsverdacht für Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gibt, können wir erst dann beurteilen", sagte ein Sprecher.
Die Maschine hatte auf dem Weg von Hannover nach Gaziantep in der Türkei eine geplante Zwischenlandung in Köln eingelegt. An Bord waren 186 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.
Die unverletzten Passagiere seien noch am späten Montagabend mit einer Ersatzmaschine nach Gaziantep geflogen, sagte Euler. In dem defekten Flugzeug werde nun das Ventil ausgetauscht. Anschließend werde es einen Testflug geben, und wenn dieser zufriedenstellend verlaufe, könne die Maschine schon am Abend wieder in Betrieb genommen werden, so der Sprecher der Fluggesellschaft.
wit/dpa/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Flugsicherheit | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH