Razzia Eine Tonne Haschisch im Schrebergarten

Die Kopenhagener Polizei ist in einem Schrebergarten auf eine Tonne Haschisch gestoßen. Der Garten lag in der Nähe der so genannten "Freistadt Christiania", einer selbstverwalteten Kommune mitten in der dänischen Hauptstadt. Schon lange ist die Enklave der Regierung ein Dorn im Auge.


Kopenhagen - Der Fund hat nach Angaben der Zeitung "Jyllands-Posten" einen Marktwert von 6,7 Millionen Euro. Mehrere Verdächtige wurden von der Kopenhagener Polizei festgenommen.

Gefunden wurde die immense Drogenmenge in der Nähe der "Freistadt Christiania". In der alternativen Enklave mitten in Kopenhagen gilt als Zentrum des Handels mit weichen Drogen. Schon seit langem werden die rund tausend Christianiten und der laxe Umgang mit Drogen im Viertel von Politikern argwöhnisch betrachtet.

Erst im Mai war die Regierung zur Tat geschritten und hatte den Drogenhandel, der bis dato von der Öffentlichkeit geduldet wurde, verboten. Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" versucht die Polizei seitdem mit verstärkten Razzien das Dealen in der so genannten "Pusher-Straße" zu unterbinden. Die Drogenmeile hat sich inzwischen schon zu einem Wahrzeichen Kopenhagens entwickelt, das jährlich rund eine Million Besucher anlockt.

Die "Freistadt Christiania" entstand zu Beginn der siebziger Jahre. Damals hatten Hippies das Gelände einer alten Militärkaserne auf der Insel Christianshavn besetzt. Viele Politiker sehen die Enklave heute als "Morast der Kriminalität".



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