Razzia: Hunderte von Sklaven in Brasilien befreit

Sie lebten in offenen Verschlägen, waren zum Teil krank, bekamen kaum Lohn: Über 800 Sklaven wurden von brasilianische Polizisten auf einer Kaffeefarm befreit.

Sao Paolo - Wie die Behörden nach Angaben des britischen Senders BBC mitteilten, waren über 70 der wie Sklaven gehaltenen Arbeiter krank. Ihre Unterkünfte schützten sie kaum vor Regen und Sonne. Die Befreiungsaktion war eine der größten in Brasilien und erfolgte, nachdem die Regierung in Brasilia entschieden hatte, stärker gegen die Sklaverei im Land vorzugehen.

Der Farmbesitzer muss nun den befreiten Arbeitern ihren ausstehenden Lohn zahlen sowie die Fahrtkosten für die Reise in ihre Heimat. Die Behörden waren auf die Farm aufmerksam geworden, nachdem sie ein örtlicher Politiker alarmiert hatte.

Zwangsarbeit ist in Brasilien nichts ungewöhnliches. Viele Arbeiter werden von Farmern zum Roden des Dschungels eingesetzt. Der Kampf gegen die Sklaverei gestaltet sich als schwierig, da etliche Sklavenhalter einflussreiche Rancher sind und teilweise sogar in politische Positionen gewählt wurden. In diesem Jahr haben Inspektoren bereits 20000 Sklaven befreit, zumeist in der Amazonasregion.

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