Razzia Kinderpornos bei der Katholischen Jugend

Einer schwerer Verdacht lastet auf einem Mitarbeiter des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) in Magdeburg. Er soll über das Internet Kinderpornografie empfangen und versandt haben. Am Mittwoch kam es zur Razzia in der Geschäftsstelle des BDKJ.


Magdeburg - Ein Sprecher der Polizei in Magdeburg bestätigte am Donnerstag entsprechende Zeitungsberichte über eine Razzia in der Landesgeschäftsstelle des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) am Vortag. Dabei seien der Computer des Mitarbeiters sowie zahlreiche Disketten mit unterschiedlichen Dateien beschlagnahmt worden.

Der Sprecher der Zentralstelle des Landes zur Bekämpfung gewaltverherrlichender und pornografischer Schriften in Halle, Peter Vogt, sagte zudem, der Verdacht gegen den BDKJ-Mitarbeiter habe sich bestätigt. Das habe die Auswertung der Computerfestplatte und der beschlagnahmten Disketten durch Experten des Landeskriminalamtes (LKA) ergeben. Der Mann sei vorübergehend festgenommen und vernommen worden. Einen Haftbefehl werde die Staatsanwaltschaft jedoch vorerst nicht beantragen. Weitere Angaben wollte Vogt unter Hinweis auf die andauernden Ermittlungen nicht machen.

Bistumssprecher Thomas Lazar sagte, Bischof Leo Nowak werde sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Landesgeschäftsstelle des BDKJ befinde sich zwar im Gebäude des Bischöflichen Ordinariats in Magdeburg, unterstehe ihm aber nicht. Der BDKJ sei die organisatorisch eigenständige Dachorganisation aller katholischen Jugendverbände in Deutschland. Der beschuldigte Mitarbeiter sei am Donnerstag "reichlich geschockt" wieder zur Arbeit erschienen.



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