Reaktionen zur Love-Parade-Katastrophe: "Die Veranstalter sind schuld"

Spitzenpolitiker drücken nach dem Love-Parade-Unglück ihr Beileid und Entsetzen aus. Der Gründer der Love Parade erhebt gegen die Veranstalter schwere Vorwürfe - diese sprechen von "ganz schlimmen Nachrichten".

Duisburg: Katastrophe bei der Love Parade Fotos
REUTERS

Dmitrij Medwedew, russischer Präsident: "Mit Trauer habe ich Kenntnis von dieser Tragödie genommen", schrieb der Kremlchef in einem Telegramm an Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ich übermittle den Angehörigen der Toten mein tiefes Beileid und wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung", heißt es in dem Schreiben, das die Kremlverwaltung am Sonntagabend veröffentlichte.

Matthias Roeingh, "Dr. Motte", Erfinder der Loveparade: "Die Veranstalter haben einen krassen Managementfehler begangen. Wie kann man denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist ein Skandal. Die Veranstalter sind schuld. Die haben doch gewusst, dass es voll wird. Was also haben Zäune und Security da zu suchen? Bei nur einem Zugang. Mein Mitgefühl gilt den Familien der Toten und den Verletzten."

Rainer Schaller, Geschäftsführer der Love Parade GmbH und der McFit Fitness GmbH, Großsponsor der Love Parade: "Das bedeutet das Aus der Love-Parade. Worte reichen nicht aus, um das Maß meiner Erschütterung zu erklären. Mir ist alles daran gelegen, die Geschehnisse vollständig aufzuklären."

Björn Köllen, Sprecher des Veranstalters Lopavent, auf Radio Duisburg: "Das ist eine ganz schlimme Nachricht für uns." Offizielle Mitteilung von Lopavent: "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden. Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen."

David Guetta, DJ, sagte seinen Auftritt ab: "Was heute passiert ist, ist herzzerreißend und noch nie dagewesen. Meine Fans, die gekommen sind, um mit mir zu tanzen, werden verstehen (warum ich abgesagt habe, d. Red.). Wenn ihr da seid, seid bitte vorsichtig und kommt gut nach Hause. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt allen, die betroffen sind."

DJ Westbam: "Mein Flug hatte drei Stunden Verspätung, also bin ich gerade erst hier angekommen und völlig schockiert. Als ich mein Handy nach dem Flug angemacht habe, hatte ich schon 30 SMS, die mich über das Fürchterliche informiert haben. Ich weiß nun gar nicht genau, was ich jetzt tun soll. Der Veranstalter bittet mich, aufzulegen, da die Polizei ihn darum bittet. Es sind Menschen gestorben, nun können die die Stimmung und Aggression der Weiterfeiernden nicht einschätzen und wollen weiteres Unheil verhindern." Er würde nur "aus Disziplingründen" auflegen. "Aber ich habe energetische Musik dabei, die denkbar schlecht zu der Situation passt. Das geht dann nicht", sagte er. Man müsse jetzt angemessene, leise Musik spielen, damit sich die Veranstaltung schnell und friedlich auflöse. "Es kann nicht sein, dass die Sache da nun weiter aufgepeitscht wird. Klar, die wummern auf Bitten der Polizei weiter, aber ich will es nicht, und ich kann es auch gar nicht."

Christian Wulff, Bundespräsident: "Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar. Wie viele Menschen in unserem Land, die von diesem Unglück erfahren, bin ich mit meinen Gedanken bei den Opfern der Tragödie und allen ihren Angehörigen und Freunden. Ich hoffe, dass ihnen und allen Verletzten schnelle und wirksame Hilfe zuteil wird und die Ursachen rückhaltlos aufgeklärt werden."

Papst Benedikt XVI.: "Ich gedenke in meinen Gebeten der jungen Menschen, die ihr Leben verloren haben", sagte der Papst in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo. Ihn erfülle "tiefe Trauer".

Fritz Pleitgen, Cheforganisator der Kulturhauptstadt "Ruhr.2010": "Ganz klar fühle ich mich auch mitverantwortlich, aber eher im moralischen Sinne", sagte der dem ZDF. Er trage "schwer" daran. Die Love Parade sei ein "erprobtes Format": "Es ist uns angeboten worden als Projekt für die Kulturhauptstadt. Wir haben das angenommen, aber wir sind weder finanziell noch organisatorisch beteiligt." Die Kulturhauptstadt- Veranstaltungen würden nun aber nicht abgesagt. "Da wir nicht lauthals losfeiern, werden die Veranstaltungen weiter gehen. Wir werden uns immer erinnern, was hier geschehen ist." Die Geschäftsführung der "Ruhr 2010" sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus: "Wir sind schockiert. Was so fröhlich und friedlich begonnen hat, ist in einer Katastrophe geendet. Es macht uns zutiefst bestürzt, dass so viele junge Menschen ihr Leben verloren haben. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen."

Adolf Sauerland (CDU) Bürgermeister von Duisburg: "In meinen Gedanken bin ich bei den Opfern und ihren Angehörigen. Die Loveparade sollte ein friedliches und fröhliches Fest für junge Menschen aus der Region und darüber hinaus werden. Jetzt muss diese Veranstaltung leider als eine der größten Tragödien der jüngeren Stadtgeschichte gewertet werden. Ich bin zutiefst erschüttert. Wir hatten im Vorfeld mit dem Veranstalter und allen beteiligten Partnern ein stichhaltiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Die jetzt eingeleiteten Ermittlungen müssen den genauen Ereignishergang zu Tage fördern."

Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin: "In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer. Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte. Ich bin entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes."

José Manuel Barroso, EU-Kommissionspräsident: "Ich spreche Deutschland, Nordrhein-Westfalen und den Familien der Opfer des Unglücks bei der Duisburger Love Parade im Namen der EU-Kommission und in meinem eigenen Namen mein tief empfundenes Mitgefühl aus."

Bernard Kouchner, französischer Außenminister: "Im Namen Frankreichs übermittle ich den Angehörigen der Opfer mein Beileid", hieß es in einer am Sonntag in Paris veröffentlichten Erklärung des Ministers. Kouchner bekundete seine Solidarität mit den deutschen Behörden.

Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender: "Es ist entsetzlich, dass junge Menschen, die friedlich feiern wollten, plötzlich aus dem Leben gerissen wurden. Unsere Anteilnahme gilt ihren Angehörigen. Unsere besten Genesungswünsche gehen an die vielen Verletzten."

Ralf Jäger, SPD, nordrhein-westfälischer Innenminister: "Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden."

Hannelore Kraft, SPD, Ministerpräsidentin NRW: "Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen", sagte Kraft am Samstagabend. Das ganze Land trauere um die jungen Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten und bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben. "Unsere Gedanken sind jetzt bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Toten und der Verletzten."

Guido Westerwelle, Außenminister und FDP-Chef: "Wir trauern mit den Angehörigen der Verstorbenen, und wir bangen und hoffen mit den Verletzten und ihren Familien."

Claudia Roth, Grünen-Chefin: "Wir sind geschockt und empfinden Bestürzung und Trauer über diese Katastrophe bei einem friedlichen und ursprünglich fröhlichen Event, an dem junge Menschen aus ganz Deutschland und Europa teilgenommen haben."

Thomas de Maizére, CDU-Politiker und Bundesinnenminister: "Den Angehörigen der Opfer gilt mein volles Mitgefühl. Wo die Kräfte des Bundes helfen können, helfen sie."

Die Katastrophe bei der Loveparade bestimmte am Sonntag auch die Schlagzeilen im Ausland:

"El Mundo", Spanien: "Der Umzug der Liebe wurde zur Parade des Horrors."

"Jediot Achronot", Israel: "Sie kamen aus Liebe und wurden zu Tode gequetscht."

"Argumenty i Fakty", Russland: "Liebesparade wird zur Todesparade: Mindestens 19 Menschen sterben beim Festival gegen Hass und Zwietracht in Duisburg."

"News", Russland: "Totentanz in Duisburg: Nach der Tragödie im Tunnel werden in Deutschland Rufe nach einer Untersuchungskommission laut."

"El País", Spanien: "Der Tunneleingang wurde zur Todesfalle. Eine Feier dieser Größenordnung ist für eine Stadt mit weniger als einer halben Million Einwohnern wie Duisburg eine organisatorische Herausforderung. Der Ansturm war doppelt so groß wie die Einwohnerzahl."

"Ekstra Bladet", Dänemark: "Die Katastrophe war abzusehen, denn die Veranstalter ließen viel zu viele Menschen hereinkommen. Der Bahnhof in Duisburg war viel zu klein für so ein Riesenereignis wie die Loveparade."

"La Repubblica", Italien: "Tunnel zur Hölle: Massaker von Jugendlichen bei der Loveparade von Duisburg."

"La Stampa", Italien: "Tragödie im Tunnel bei der Techno-Parade, doch für 1,4 Millionen geht das Fest weiter. Deutschland, Blutbad der Musik".

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Forum - Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?
insgesamt 6343 Beiträge
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1. traurig
Hovac 25.07.2010
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Wenn auch nur ein Mensch stirbt war es ein Fehler. Sowas darf in Deutschland doch nicht mehr passieren, wozu wird man von Formularhaufen für die kleinsten Anlässe erdrückt wenn es dann doch nicht sicher ist.
2. Rhetorische Frage
lawinchen 25.07.2010
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ein Gelände, das max. 500.000 Besucher aufnehmen kann und dessen Zugangswege derart beschränkt sind, ist fraglos für eine Veranstaltung wie die Love Parade geeignet, denn die Love Parade ist dafür bekannt, weniger als 500.000 Besucher anzuziehen. Duisburg mag pleite sein und die zusätzlichen Einnahmen begrüßen, aber auf diesem Gelände mit diesen Zugangswegen hätte eine solche Veranstaltung niemals stattfinden dürfen: Ich hoffe, der Link wird dargestellt, ansonsten hilft eine Google-Maps-Suche nach "Karl-Lehr-Straße, Duisburg". Das Gelände befindet sich nördlich der L237. http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Love-Parade,+Duisburg&sll=51.151786,10.415039&sspn=21.231081,67.631836&ie=UTF8&hq=Love-Parade,&hnear=Duisburg,+Nordrhein-Westfalen&ll=51.422882,6.770582&spn=0.010276,0.033023&t=h&z=16 Polizeipräsidium und Staatsanwalt befinden sich gleich um die Ecke, ich hoffe, sie nutzen die Nähe.
3. Wo gesunder Menschenverstand aufhört...
xkultx 25.07.2010
Egal wo ob in Duisburg, Essen oder Berlin zu solchen tragischen Zwischenfällen kann es leider überall kommen. Es ist nur immer sehr einfach alles auf die Veranstalter abzuschieben, dabei wird allzu oft vergessen wer hier der wahre Auslöser des Dilemmas ist, war und bleiben wird - Alkohol, Drogen, Egoismus und Rücksichtlosigkeit. Wenn es nicht weiter geht - schiebt man nicht!!! Wo gesunder Menschenverstand aufhört, kommen die verschiedensten Schuldzuweisungen - Klar der Veranstalter ist Schuld - Klar die Stadt Duisburg ist schuld. Leute packt Euch mal an den Kopf und fangt an zu denken! Wenn ich mit 2 Promille in eine 30 Zone aus der Kurve fliege - ist dann auch die Stadt Duisburg Schuld oder der Hersteller meines Autos oder die Brauerei, warum bauen die denn dort eine Kurve hin, warum fährt mein Auto wenn ich getrunken habe?
4.
waffenstillstand 25.07.2010
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ja, sicher. Es war vorher schon bekannt, dass das Gelände höchstens 500.000 Menschen aufnehmen kann, man wusste, dass annähernd 1.000.000 Menschen kommen würde (tatsächlich kamen sogar 1.400.000). So gesehen war es allzu sehr leichtsinnig, die Veranstaltung überhaupt stattfinden zu lassen.
5. Schuld haben
gisu 25.07.2010
Schuld haben die Organisatoren, von deren Seite wurden ehr die Befürchtungen laut das eventuell zu wenig Menschen erscheinen würden, da hat man Zweifel am Gelände und den eingeschränkten Möglichkeiten außer acht gelassen. Wer mit solchen Menschenmassen plant, der muss auch verstärkt auf die Sicherheit achten, und beim kleinsten Zweifel entweder umplanen oder die Sache ganz abblasen. Mein Beileid an die Opfer und deren Angehörigen.
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364 Pilger sterben bei einer Massenpanik in Mekka - immer wieder kommt es in der saudischen Metropole zu großen Unglücken, das größte 1990 (siehe unten). mehr über die Unglücke in Mekka…
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In einem überfüllten Stadion in Johannesburg in Südafrika kommt es bei einem Fußballspiel zu einer Panik mit 43 Toten und 158 Verletzten.
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Bei einem Konzert der Band Pearl Jam auf dem dänischen Roskilde-Festival sterben neun Menschen. Die Fans wurden vor der Bühne durch die von hinten drückende Menge zu Fall gebracht. Sie erstickten oder wurden zu Tode getrampelt.
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Unter den 40.000 Besuchern einer Snowboard-Show im Innsbrucker Bergisel-Stadion bricht Panik aus. Fünf junge Frauen werden zu Tode getrampelt.
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Mehr als 1400 Pilger in Mekka sterben, als in einem Tunnel eine Massenpanik ausbricht - die meisten werden totgetrampelt. mehr über die Unglücke in Mekka…
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Quelle: dpa

Die Love Parade
Die Love Parade findet seit 1989 statt, zunächst über viele Jahre in Berlin. 2007 zog die Veranstaltung dann ins Ruhrgebiet um, mit der Premiere in Essen. Vor zwei Jahren gastierte sie in Dortmund. 2009 sagte Bochum die Techno-Party ab, weil die Stadt keine Chance sah, den Besucherandrang zu bewältigen und einen geeigneten Veranstaltungsort zu finden. 2010 endete die Love Parade in einer Tragödie: 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.
Die Anfänge
1989 gründet Techno-DJ Dr. Motte (Matthias Roeingh) die Love Parade. Etwa 150 Technofans tanzen auf dem Kurfürstendamm unter dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen". Die Veranstaltung wuchs rasant: 1994 tanzten bereits 120.000 Technofans um 40 Trucks herum, 1996 kamen 750.000 Raver auf die Straße des 17. Juni im Tiergarten. Die Rekord-Besucherzahl von 1,5 Millionen gab es 1999.
Die Flaute
2000 wurde der Umzug exportiert: Nicht nur in Berlin, sondern auch in Wien, Tel Aviv und Leeds gab es Love Parades. 2001 wurde die Berliner Parade nicht mehr als politische Demonstration eingestuft, sondern als kommerzielle Veranstaltung. 2002 kam es mit 700.000 Besuchern zu einem Einbruch, 2004 und 2005 fiel die Parade mangels Sponsoren ganz aus.
Die Rückkehr
2006 feierte die Love Parade ein Comeback mit neuem Veranstalter. Unter dem Motto "The Love Is Back" tanzten nach Polizeischätzung rund 500.000 Menschen, laut Veranstalter bis zu 1,2 Millionen Menschen. Nach dem Umzug ins Ruhrgebiet waren 2007 in Essen etwa 1,2 Millionen dabei, 2008 in Dortmund sogar 1,6 Millionen Besucher - nach Veranstalterangaben, die aber fragwürdig sind. Im vergangenen Jahr fiel das Event aus. Ursprünglich sollte es in Bochum stattfinden, aber die Stadt fand keinen geeeigneten Veranstaltungsort und befürchtete, den Besucherandrang nicht bewältigen zu können.
Die Katastrophe
In diesem Jahr fand die Love Parade unter dem Motto "The Art Of Love" in Duisburg statt, auf einem abgeschlossenen alten Bahngelände. Die Veranstaltung endete in einer Katastrophe: 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt. Offensichtlich waren wesentlich mehr Menschen auf dem Gelände als die nach Informationen von SPIEGEL ONLINE zugelassenen 250.000. Die Veranstalter sprachen kurz vor der Tragödie von insgesamt 1,4 Millionen Besuchern. Nach dem Unglück erklärte Organisator Rainer Schaller das Aus der Love Parade.