Moskau - Das Feuer brach gegen 2 Uhr in der Nacht aus: Bei einem Brand in einer psychiatrischen Klinik in Russland sind laut Zivilschutzministerium mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Eine Krankenschwester und zwei Patienten hätten sich retten können, teilte die Behörde mit.
Das Feuer brach offenbar aus, als Patienten und Personal schliefen. "Einige versuchten noch zu entkommen, aber sie wurden von Rauchgasen vergiftet, und das Gebäude brannte fast vollständig nieder", sagte ein Mitarbeiter der Rettungskräfte. Eine Krankenschwester habe nachts den Feueralarm gehört und dann den Brand bemerkt, sagte ein Sprecher des örtlichen Zivilschutzes. Sie habe noch versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen.
Das Feuer sei in einem Gebäude ausgebrochen, in dem neue Patienten untergebracht seien, sagte Irina Gumennaja von der Ermittlungsbehörde der Region Moskau. Die Behörde leitete Ermittlungen wegen des Verstoßes von Sicherheitsvorschriften ein. Das ausgebrannte Gebäude sei eines von insgesamt vier in der Klinik und habe Platz für 50 Betten geboten, sagte Gumennaja. Insgesamt seien in der Klinik etwa 200 Menschen untergebracht.
Laut einer von den Behörden veröffentlichten Liste waren die Patienten zwischen 20 und 76 Jahre alt. In der Psychiatrie würden geistig behinderte Menschen, aber auch Alkoholiker und Drogenabhängige behandelt, sagte Murat Schachow, Chefarzt der Klinik. Insgesamt sind dem Klinikchef zufolge nachts drei Mitarbeiter in dem Gebäude.
Rettungskräfte fanden bislang zwölf Leichen. Die Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtete, der Brand sei wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen. Laut Zivilschutz waren bei einer Überprüfung im August 2012 in der Klinik keine Fehler bemerkt worden. "Alles entsprach den Vorschriften", sagte ein Sprecher. Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen sind eine der häufigsten Ursachen für verheerende Brände in Russland.
ulz/dpa/AP
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