Rekordbuch: Reich an Oberarm

Manche Leute haben Oberarme mit fast 65 Zentimetern Umfang, andere turnen mit 87 Jahren noch am Barren. Beides bringt einen Platz im Guinness-Rekordbuch. Dort zu landen ist an sich schon ein Erfolg - auch wenn sich der Sinn mancher Höchstleistung nicht sofort erschließt.

Guinness-Buch: Schaulaufen der Rekordhalter Fotos
DPA / Guinness World Records

London/New York - Normale Hemden oder T-Shirts dürften für Mostafa Ismail eine Herausforderung sein. Zumindest zwischen Schulter und Ellbogen dürften sie ziemlich eng sitzen. Denn der Ägypter hat weltweit die größten Oberarme - wenn man der neuen Ausgabe des Guinness-Buches glauben mag. Demnach kommt Ismail auf einen Umfang von 63,5 Zentimetern.

Das ist mehr als die Körpergröße der kleinsten Frau der Welt. Die Inderin Joyti Amge ist gerade einmal 62,8 Zentimeter groß. Ihre Mutter und ihre Geschwister helfen ihr im Alltag. "Ich arbeite nicht", sagte die 18-Jährige, die von der Erbkrankheit Achondroplasie betroffen ist. "Aber mit den Shootings verdiene ich Geld, das gebe ich dann an alte Menschen und Behinderte weiter."

Mit ihrer Körpergröße ist Amge auch deutlich kleiner als die Frisur des japanischen Modedesigners Kazuhiro Watanabe. Sein Irokesenschnitt ist mit 1,13 Metern der höchste der Welt. Watanabe lässt sich die Haare seit 15 Jahren wachsen. Stylisten benötigten zwei Stunden, eine Tube Gel und drei Dosen Haarspray, damit die Irokesenfrisur ausreichend Stand bekomme. Der 40-Jährige sagte, er trage die Frisur, um gegen die Angepasstheit der japanischen Gesellschaft zu rebellieren.

Auf ganz anderem Gebiet tut sich Johanna Quaas aus Halle an der Saale hervor. Im November wird die einstige Sportlehrerin 87 Jahre alt - aber immer noch kann sie sich am Barren aus dem Schwung in den Handstand drücken. Und auch die Fechterflanke als Abgang geht noch gut. "Wenn man fit ist, meistert man das Leben besser", sagt Quaas. Elfmal in Folge war sie deutsche Seniorenmeisterin, in diesem Jahr verpasste sie den Wettkampf - sie war in den Alpen, beim Bergsteigen.

Für die neue Ausgabe des Guinness-Buches waren 40.000 Rekorde angemeldet worden, von denen aber nur 3000 aufgenommen wurden. Manche seien zu gut, um wahr zu sein, andere einfach nicht interessant genug. Die Beliebtheit des Buches wird für die Macher zum Problem: Laut Chefredakteur Craig Glenday wird immer deutlicher, dass die PR-Branche die Aufmerksamkeit nutzen will, die ein Weltrekord-Versuch bringen kann. Dem entziehen könne man sich allerdings nicht: "Ein Rekord bleibt ein Rekord."

ulz/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles zum Thema Kuriose Rekorde
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback