Übergriffe in Köln Rheinberg sagt Rosenmontagszug ab

In Rheinberg wird es in diesem Jahr keinen Karnevalsumzug geben. Die Stadt am Niederrhein begründet die Absage unter anderem damit, dass nahe der Strecke eine Flüchtlingsunterkunft liegt - und mit den Silvester-Übergriffen in Köln.


Am Niederrhein ist nach den Übergriffen nordafrikanischer und arabischer Männer auf Frauen in Köln ein Karnevalsumzug abgesagt worden. Dabei spiele auch die Nähe des Umzugs zu einer Flüchtlingsunterkunft eine Rolle, teilte ein Vertreter der Stadt Rheinberg mit. Dies sei jedoch nicht der einzige Grund.

Polizei und Stadt hielten ein Sicherheitskonzept für erforderlich, das der Karnevalsverein im Ortsteil Orsoy so schnell nicht habe vorlegen können, sagte Jonny Strey, Leiter des Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung. Neben dem Verkehr und möglicherweise randalierenden Zuschauern könne auch eine Flüchtlingsunterkunft mit 500 Bewohnern "ein Gefahrenpunkt" sein, sagte Strey.

Die Menschen in der Flüchtlingsunterkunft würden keinen Karneval kennen und sich möglicherweise falsch verhalten, sagte Strey. 4500 Deutsche träfen auf 500 Ausländer, "das ist bisher auch nicht dagewesen". Die Übergriffe von Köln spielten bei den Überlegungen ebenfalls eine Rolle. Man könne nicht ausschließen, dass sich so etwas wiederhole.

Die Flüchtlingsunterkunft sei aber nur einer von mehreren Gründen für das Sicherheitskonzept. "Ich verwahre mich dagegen, dass gesagt wird, das ist jetzt nur wegen der zentralen Unterkunft", sagte Strey.

wit/dpa

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