Rheinland-Pfalz US-Kampfjet in der Eifel abgestürzt

Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz, seine Maschine stürzte ab: Ein Kampfflugzeug der US-Armee vom Modell A10 ("Warzenschwein") ist in Rheinland-Pfalz verunglückt. Der Pilot wurde ins Krankenhaus gebracht. Flugzeuge dieses Typs sind auch in Libyen im Einsatz.

DPA

Laufeld - Ein Kampfjet der US-Streitkräfte ist am Freitag in der Vulkaneifel bei Laufeld abgestürzt. Der Pilot konnte sich mit einem Schleudersitz aus der Maschine retten, wie ein Sprecher der Polizei Trier auf Anfrage mitteilte. Der Soldat ist verletzt und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Ursache für den Unfall ist noch unbekannt.

Laut einem Sprecher der Bundeswehr-Luftwaffe handelt es sich bei dem amerikanischen Flugzeug um das Modell A10, das unter dem Namen "Warzenschwein" bekannt geworden ist. Der US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem bestätigte, dass in diesem Maschinentyp generell nur der Pilot an Bord ist.

Laut "Trierischem Volksfreund" soll die Maschine mit zwei Übungsraketen und 1500 Schuss Munition bestückt gewesen sein. Die Nachrichtenagentur dapd berichtete, nach Angaben von Polizisten vor Ort seien sogar 11.000 Schuss scharfe Munition an Bord gewesen.

Eine Sprecherin des amerikanischen Afrika-Kommandos Africom in Stuttgart sagte SPIEGEL ONLINE, es handele sich um ein Kampfflugzeug der 3. US-Luftflotte, welche auf dem Stützpunkt Ramstein stationiert ist. Der Unfall habe sich während eines Trainingsflugs der Maschine ereignet. Dieser Jet sei nicht im Luftkrieg in Libyen im Einsatz gewesen, sate sie weiter.

In Laufeld leben etwa 500 Menschen. Der Bürgermeister des Ortes, Karl-Josef Junk, bestätigte, dass die Maschine etwa 300 Meter vor dem Dorf abgestürzt sei. "Wir sind wohl knapp einer Katastrophe entgangen", sagte Junk. Die Maschine sei am Nachmittag gelöscht worden. Das weitere Vorgehen müsse nun mit den Rettungskräften und der Bundeswehr koordiniert werden.

Laut "Volksfreund" berichten Bewohner, einen lauten Knall gehört zu haben. Das Kampfflugzeug, so die Zeitung, liege komplett zerstört auf einem Acker nahe der Autobahn Autobahn 1 zwischen den Städten Trier und Daun. Die örtlichen Feuerwehren Laufeld, Manderscheid und Wallscheid seien schnell vor Ort gewesen. Die US-Militärpolizei habe das Gelände weiträumig abgesperrt.

Nach dem Unfall begannen Experten der US-Luftwaffe damit, das Areal nach Trümmerteilen abzusuchen. Einem Sprecher zufolge werden die Trümmer mit Video dokumentiert und danach ausgewertet. Mit konkreten Hinweisen auf die Unfallursache könne aber frühestens in 30 Tagen gerechnet werden.

ulz/amz/dapd



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