Unwetter in Rickenbach Staatsanwaltschaft nach tödlichem Unglück eingeschaltet

Ein Jugendlicher ist in Baden-Württemberg während eines Unwetters in seinem Zelt von einem Baum erschlagen worden. Nun beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit dem Unglück.

Polizei untersucht beschädigtes Zelt in Rickenbach
DPA

Polizei untersucht beschädigtes Zelt in Rickenbach


Das schwere Unwetter im südbadischen Rickenbach, bei dem ein Jugendlicher in einem Zeltlager getötet wurde, ist nun auch ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Es gehe um einen nicht natürlichen Todesfall. "Da wird die Staatsanwaltschaft informiert", sagte eine Sprecherin der Behörde in der Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Bei dem Sturm in der Nacht zum Mittwoch war ein großer Baum auf das Zelt einer Gruppe von insgesamt 17 Jugendlichen und vier Betreuern gestürzt. Der 15-Jährige wurde von dem Baum erschlagen, drei weitere Jungen wurden verletzt. Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst vor Unwettern in der Region gewarnt, laut Feuerwehr kam der heftige Sturm aber überraschend.

Umgestürzter Baum auf dem Gelände des Zeltlagers
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Umgestürzter Baum auf dem Gelände des Zeltlagers

Der Bürgermeister der Gemeinde, Dietmar Zäpernick, sprach von einem Unwetter von bisher nicht erlebter Heftigkeit. "Es hat quer gehagelt", sagte er bei der Besichtigung des Unglücksortes im Landkreis Waldshut. Zäpernick gab an, dass es auf dem Waldspielplatz, auf dem sich der Unfall ereignete, keine Versorgungseinrichtungen zum Campen gebe. "Das ist kein Zeltplatz. Da gibt es keine Infrastruktur, keinen Strom, kein Wasser, keine Toiletten." Für eine Nacht dürfe dort allerdings gezeltet werden.

Der Waldspielplatz ist nach dem tragischen Unfall weiterhin abgesperrt. Die Polizei war nach ersten Ermittlungen davon ausgegangen, dass ein Blitzeinschlag während eines Unwetters für das Unglück verantwortlich war. Laut Zäpernick gebe es dafür jedoch keine Anzeichen.

Die Wandergruppe mit 17 Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren und vier Betreuern kam aus der Nähe von Böblingen und gehörte zu einem größeren Camp der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Rund 100 Teilnehmer hätten sich zu einem einwöchigen Zeltlager bei Lörrach aufgehalten, sagte der Präsident des DLRG-Landesverbands Württemberg, Armin Flohr. Die kleine Gruppe hatte in Rickenbach auf einem Spielplatz ihr Zelt für die Nacht aufgeschlagen. Ein Teil der 17 Jugendlichen schlief in einer nahe gelegenen Schutzhütte.

asc/dpa



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