Riesending-Höhle Rettung des verletzten Forschers noch in der Nacht

Die Rettung Johann Westhausers nähert sich ihrem Ende. Einsatzkräfte haben den verletzten Wissenschaftler in der Riesending-Schachthöhle fast bis zum Biwak 1 gebracht. Noch in dieser Nacht soll er den Höhlenausgang erreichen.


Berchtesgaden - Die Rettung des verunglückten Höhlenforschers steht unmittelbar bevor. Noch Mittwochnacht soll Johann Westhauser der Bergwacht Bayern zufolge die Oberfläche des Untersbergs erreichen. Vermutlich zwischen 22 Uhr abends und drei Uhr morgens könnte es soweit sein. Die Rettungstrupps haben sich entschieden, keinen weiteren Halt in Biwak 1 einzulegen, sondern direkt die letzten Höhenmeter anzugehen.

"Der Zustand des Höhlenforschers ist nach wie vor stabil", sagte der Sprecher der Bergwacht Bayern, Roland Ampenberger. Der letzte Schacht sei durch die Retter so gut für die Bergung präpariert worden, dass der Verletze sogar waagrecht an der Steilwand entlang hochgezogen werden kann.

Helfer aus Österreich haben den Transport durch den letzten Streckenabschnitt in den vergangenen Tagen geübt. Deswegen werde die Rettung nun ohne weitere Pausen zu Ende gebracht. Außerdem seien die Wetteraussichten ideal. Wenn Westhauser oben ankommt, könnte er nach einer Untersuchung im Camp direkt in ein Krankenhaus geflogen werden. Welches, steht noch nicht fest.

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Verletzter Forscher in Riesending-Schacht: Langsam Richtung Ausgang
Auch ein Mediziner ist mit dem Verletzten auf dem Weg nach oben. Dort wartet ein weiteres Ärzteteam. 60 Retter befinden sich aktuell in der Höhle. Die Mehrzahl kommt aus Italien, aber auch Teams aus Kroatien, Österreich, der Schweiz und Bayern sind unter der Oberfläche.

Die Bergretter im Tal zeigten sich erleichtert. "Der Einsatz ist zwar noch nicht zu Ende, aber endlich gibt es eine Perspektive", sagte Ampenberger.

Der 52 Jahre alte Westhauser hatte durch einen Steinschlag in tausend Metern Tiefe am frühen Pfingstsonntag ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Der Forscher, der am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie arbeitet, gehört zu den Entdeckern der Riesending-Höhle.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist offenbar auf dem Weg nach Berchtesgaden. Unmittelbar nach der Rettung wird es eine Sonderpressekonferenz geben, an der auch der CSU-Politiker teilnehmen wird.

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aki

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zapp-zarapp 18.06.2014
1. Vorbilder
... wenn Menschen nur öfter die Kraft finden könnten, gemeinsam und über nationale Grenzen hinweg, alles Nötige zu tun, um Gefahren auch unter großen Widrigkeiten abzuwenden, dann würde ich die Zukunft unserer Gesellschaft weit besser einschätzen. Für mich sind die Beteiligten Vorbilder, denen mehr als nur Dank gebührt.
sappelkopp 18.06.2014
2. Großartige Leistung...
Zitat von sysopAP/BRK Bergwacht BayernDie Rettung Johann Westhausers nähert sich ihrem Ende. Einsatzkräfte haben den verletzten Wissenschaftler in der Riesending-Schachthöhle fast bis zum Biwak 1 gebracht. Noch in dieser Nacht soll er den Höhlenausgang erreichen. http://www.spiegel.de/panorama/riesending-schachthoehle-verletzter-forscher-soll-in-der-nacht-gerettet-werden-a-975861.html
...der Rettungsteams aus vielen Nationen. Warum sich allerdings gleich wieder ein Politiker der CSU in dem Erfolg Sonnen will, erschließt sich mir nicht.
licorne 18.06.2014
3. Europäische Zusammenarbeit
Hier macht der Teamgeist über Grenzen hinweg doch einen viel besseren Eindruck als das ekelhafte Postengeschacher bei der EU. Glückwunsch und Dank an alle Beteiligten für diese beeindruckende Solidarität !
laermgegner 18.06.2014
4. Teamgeist und Kosten
Übernimmt die CSU die Bergskosten, oder warum ist der gemeinschaftliche Erfolg von Höhlenbegeisterten auf einmal politisch so interessant ? Es war jedenfalls keine bayrische Leistung, dass der Kollege geborgen werden könnte.
western_skies 18.06.2014
5.
Der Freistaat Bayern, vertreten durch sein Staatsministerium des Inneren, ist der größte Einzelgeldgeber der Bergwacht, die innerhalb des BRK eigenständig aktiv ist. Insofern hat Herr Staatsminister Joachim Herrmann allen Grund, auf der Pressekonferenz präsent zu sein. Anders als viele Beiträger in diesem Forum haben auch weder Ministerium noch Bergwacht die Kostenfrage gestellt, sondern der Rettung des Verletzten oberste Priorität gegeben. Beste Wünsche dem Verunglückten!
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