Rom Syrische Familie trägt Kreuz bei Karfreitagsprozession

Sie sind vor dem Terror des IS geflohen - nun haben sie den Leidensweg Jesu mit symbolisiert: Eine syrische Familie hat in Rom das Kreuz bei den Karfreitagsprozessionen eine Etappe lang getragen.

Karfreitagsprozession, Via Crucis, in Rom
REUTERS

Karfreitagsprozession, Via Crucis, in Rom


Eine syrische Familie hat während der Karfreitagsfeierlichkeiten das Kreuz bei der Kreuzweg-Zeremonie am Kolosseum in Rom tragen. Die Eltern und die drei Kinder haben das Kreuz auf einer der traditionell 14 Stationen der Karfreitagsprozession getragen. Die Prozession wurde von Papst Franziskus angeführt.

Zudem wurde das Kreuz Schwestern des Dominikanerordens aus dem Irak übergeben. Die syrische Familie sowie die irakischen Nonnen waren zuvor vor Gewalt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geflohen. Zehntausende Menschen verfolgten die Zeremonie, bei der in 14 Stationen der Weg Jesu ans Kreuz nachgestellt wird.

Früher am Abend legte sich Papst Franziskus bei der Karfreitagsliturgie im Petersdom auf einen Teppich und gedachte so des Leidens und Sterbens Jesu. Weil es in Italien in den vergangenen Tagen mehrere Festnahmen von Terrorverdächtigen gab, wurden die Sicherheitsvorkehrungen an allen zentralen Touristenorten erhöht. 10.000 Sicherheitskräfte sind über Ostern in Rom im Einsatz.

       Papst        Franziskus während der Karfreitagsliturgie
DPA

Papst Franziskus während der Karfreitagsliturgie

Päpstlicher Prediger: Welt von "purem Egoismus" regiert

Zu Beginn der Karfreitagsliturgie stand dieses Jahr die Jugend im Mittelpunkt. Der Prediger des päpstlichen Hauses rief junge Menschen im Petersdom dazu auf, sich unter Leidende und Ausgeschlossene zu mischen. So könne man sich von dem Prinzip lösen, das die Welt regiere, nämlich "der pure Egoismus", sagte Raniero Cantalamessa, der traditionell die Predigt am Karfreitag spricht.

So hatten die Texte der Meditationen zu den Stationen des Kreuzweges in diesem Jahr erstmals Jugendliche verfasst. Im Oktober findet im Vatikan eine Bischofssynode zum Thema Jugend statt. Die Jugendlichen waren ebenfalls unter den Kreuzträgern.

        Gläubige tragen das schlichte Holzkreuz während der Prozession
AFP

Gläubige tragen das schlichte Holzkreuz während der Prozession

Nach dem christlichen Glauben wurde Jesus in der Nacht auf den Karfreitag verhaftet, gefoltert und anschließend von Pontius Pilatus zum Tod verurteilt. Die Kreuzigung ist der zentrale Moment des Karfreitags. Am dritten Tag nach seinem Tod, also am Ostersonntag, ist Jesus nach christlicher Überlieferung auferstanden. Ostern ist damit das zentrale Fest des Christentums.

Tausende Pilger in Jerusalem

Auch in Jerusalem kamen Tausende Menschen am Karfreitag zusammen. Pilger zogen in Prozessionen durch die Altstadt zur Grabeskirche. Am späten Vormittag führten die Franziskanermönche als Vertreter der katholischen Kirche Gläubige die Via Dolorosa zur Grabeskirche hinauf. Mitglieder der evangelischen Kirche waren am frühen Morgen den Pilgerweg dann allerdings zur evangelischen Erlöserkirche gegangen. Am Ort der Grabeskirche soll nach christlicher Überlieferung Jesus begraben worden und wieder auferstanden sein.

Gläubige am Karfreitag in der Via Dolorosa in Jerusalems Altstadt
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Gläubige am Karfreitag in der Via Dolorosa in Jerusalems Altstadt

Der Karfreitag fällt in diesem Jahr mit dem Beginn des jüdischen Pessach-Festes zusammen. Da es sich um ein Pilgerfest handelt, wird auch am Wochenende mit zahlreichen jüdischen Besuchern in Jerusalem gerechnet. Wenige Gehminuten von der Grabeskirche entfernt steht die Klagemauer, die heute das größte Heiligtum für Juden weltweit ist. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten.

Zunächst gab es keine Berichte über besondere Vorkommnisse in Jerusalem. Das Auswärtige Amt hatte in einer Sicherheitsinformation zu erhöhter Vorsicht in der Altstadt von Jerusalem geraten.

ans/dpa/AFP



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