Rosenmontagszüge im Rheinland: Merkel-Ferkel

Rosenmontagszüge: Immer drauf auf die Polit-Prominenz Fotos
dapd

Die Jecken kennen keine Gnade: Merkel, Steinbrück, Schavan und Brüderle - sie alle traf der beißende Spott bei den Rosenmontagszügen in den Karnevalshochburgen. Das kam bei den meisten Narren gut an.

Köln/Düsseldorf/Mainz - Die traditionellen Rosenmontagszüge haben in den rheinischen Karnevalshochburgen trotz frostiger Temperaturen Hunderttausende Menschen auf die Straßen gelockt. In Köln feierten die Jecken ausgelassen unter dem Motto "Fastelovend em Blot - he un am Zuckerhot" ("Karneval im Blut - hier und am Zuckerhut"). Auch Düsseldorf und Mainz standen im Zeichen der Narren.

Um 10.30 Uhr ging in Köln der größte Rosenmontagszug Deutschlands mit rund hundert Prunk- und Persiflage-Wagen auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke. Mit ihrem Motto schickten die Kölner in diesem Jahr einen Gruß an ihre brasilianische Partnerstadt Rio de Janeiro, wo derzeit ebenfalls Karneval gefeiert wird.

Im Rheinland knöpften sich die Jecken genüsslich die Polit-Prominenz vor. So rollte Kanzlerin Angela Merkel in Köln als Muttersau mit sechs prallen Zitzen durch die Innenstadt, säugte gierige Ferkel aus Griechenland, Spanien, Italien und Portugal. FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle schnupperte in Düsseldorf als Straßenköter am Hinterteil einer blonden Hündin - ein satirischer Beitrag zur Sexismus-Debatte um den Fraktionschef.

Auch der Fehlstart von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wurde thematisiert: In Mainz stopfte sich der Honorar-Millionär die Taschen voll, in Düsseldorf lastete er als schwerer Stein auf seiner Partei. Nur zwei Tage nach dem Rücktritt von Annette Schavan verewigten die Düsseldorfer Jecken die Ex-Bildungsministerin in Pappmaché: Als "Plagiannette" kam Schavan ins Wanken - eine Kanonenkugel der Uni Düsseldorf im Rücken.

Die politische Bruchlandung beim Berliner Flughafen blieb ebenfalls nicht ohne hämisches Echo. In Mainz hatten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, beide SPD, schon graue Bärte und Spinnenweben angesetzt am Tag X der Airport-Eröffnung.

Politiker als Zielscheibe in den Karnevalshochburgen? Den meisten Narren gefiel das. "Die Politiker müssen damit rechnen. Wenn man das im Karneval nicht mehr darf, ist der Spaß vorbei", sagte eine Jeckin aus Jülich. Für eine andere brachte der Humor auf Kosten der Politiker erst die richtige Würze ins Spiel: "Der Karneval muss einfach provozieren. Das ist Pflichtprogramm."

wit/dpa/AFP

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