Ruderer-Kollision mit Öltanker: "Jetzt werde ich sterben"

Ruderer Ralph Tuijn: Vorhaben gescheitert Fotos
AP

Mit einem kleinen Boot wollte der Niederländer Ralph Tuijn von Australien nach Afrika rudern, 120 Tage hatte er eingeplant. Doch im Indischen Ozean kollidierte er nun mit einem Öltanker - und konnte nur mit viel Glück rechtzeitig gerettet werden.

Hamburg - Das Vorhaben war genau geplant. 9000 Kilometer wollte Ralph Tuijn in seinem Ruderboot zurücklegen, er hatte für die Strecke 120 Tage eingeplant. An Australiens Westküste startete er, Afrika sollte das Ziel sein. Doch so weit kam Tuijn nicht: Die Küstenwache musste ihn im Indischen Ozean retten - Tuijn war mit einem Öltanker kollidiert.

Ein Freund des Ruderers konnte nach dem Unfall mit ihm sprechen. Ihm zufolge nahm Tuijn den Tanker erst wahr, als er nur noch 300 Meter entfernt war. "Er war auf Kollisionskurs und dachte sich: 'Okay, jetzt werde ich sterben'", sagte der Freund. "Den Zusammenprall mit einem Tanker in einem kleinen Ruderboot zu überleben ist ja nicht sehr wahrscheinlich."

Beim Versuch, sich aus dem Kielwasser des riesigen Schiffs zu befreien, drehte sich Tuijns sieben Meter langes Boot fünfmal um die eigene Achse und lief mit Wasser voll, wie "The Sydney Morning Herald" berichtete. Dabei brach sich der Ruderer seinem Freund zufolge mehrere Rippen und einen Finger. Er aktivierte das Notsignal seines Bootes, Stunden später holte ihn ein in der Nähe kreuzendes Handelsschiff an Bord.

Tuijn könne sich angesichts des abgelegenen Unglücksorts etwa 2000 Kilometer westlich der Kokosinseln glücklich schätzen, so früh entdeckt worden zu sein, sagte eine Sprecherin der australischen Küstenwache. "Dieser Meeresabschnitt ist zwar relativ viel befahren, aber normalerweise wäre der nächste Frachter drei bis vier Tage entfernt gewesen - und nicht nur ein paar Stunden."

Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte Tuijn schon einen großen Teil seiner 9000 Kilometer langen Strecke zurückgelegt. Es war nicht seine erste große Reise: Er hatte zuvor schon den Atlantik und den Pazifik durchquert.

aar/AFP

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