Sibirische Starthilfe Passagiere schieben festgefrorenes Flugzeug an

Bei Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius ist in Sibirien ein Flugzeug festgefroren. Zu kalt zum Fliegen? Von wegen!, dachten sich die Passagiere - und gaben der TU-134 kurzerhand einen kräftigen Schubs.

YouTube/Vladimir Gregoriev

Igarka - "Dawai, dawai", schallt es über die Startbahn am Flughafen der russischen Hafenstadt Igarka in Zentralsibirien. "Mach schon, wir wollen alle nach Hause", ruft ein Mann.

Die aufgeräumte Stimmung auf dem Airport 2800 Kilometer östlich von Moskau hat ihren Grund: Je zehn kräftige Männer stehen an einer Tragfläche und versuchen mit aller Kraft, die festgefrorene Passagiermaschine TU-134 in Bewegung zu bringen. Ein Video der spektakulären Starthilfe mitten im sibirischen Winter kursiert derzeit im Internet.

Wie die Nachrichtenagentur Unian berichtet, war das Flugzeug am Dienstag mit einem Traktor auf die Startbahn gezogen worden, wo es über Nacht komplett einfror. Als die vollbesetzte Maschine sich am Mittwochmorgen nicht vom Fleck rührte, bat der Pilot die etwa 70 Fluggäste zunächst, den Flieger zu verlassen, um das Gewicht zu verringern. Beherzt fingen daraufhin alle Passagiere an zu schieben - und hatten Erfolg.

"Wir haben gerade minus 52 Grad - das Öl in den Fahrwerken ist gefroren", erklärte ein Flughafenmitarbeiter. Der Flughafen liegt auf einer Insel drei Kilometer vor Igarka - an extrem niedrige Temperaturen ist man hier gewöhnt. "Aber minus 52, das ist schon was", so der Mann.

Dem Internetportal "Lifenews" zufolge soll die Fluggesellschaft es versäumt haben, einen Schmierstoff zu verwenden, der auch für sehr niedrige Temperaturen geeignet ist. Nach dem Start mit kleinen Hindernissen flog die TU-134 ohne weitere Vorkommnisse nach Krasnojarsk.

ala



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