Russisches Verteidigungsministerium Keine Überlebenden bei Absturz von russischem Flugzeug

Ein russisches Flugzeug mit einem Armeechor an Bord ist über dem Schwarzen Meer verunglückt. Die Tupolew war auf dem Weg nach Syrien. Nach offiziellen Angaben gibt es keine Hoffnung auf Überlebende.


Nach dem Absturz eines russischen Flugzeugs mit einem Armeechor an Bord hat das Verteidigungsministerium in Moskau mitgeteilt, es gebe keine Überlebende. Die Tupolew war auf dem Weg nach Syrien über dem Schwarzen Meer verunglückt. Einsatzkräfte hatten vor der Küste der Stadt Sotschi Wrackteile der Maschine im Wasser entdeckt.

Die Maschine war am Morgen auf dem Flughafen von Sotschi in Südrussland gestartet, wie Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilten. An Bord der Tupolew Tu-154 seien 92 Menschen gewesen, darunter acht Crewmitglieder.

Die Unglücksursache ist unklar. Bei einem Flugmanöver im Steigflug könnte es ein "kritisches technisches Problem" gegeben haben, sagte ein nicht genannter Behördenvertreter der Agentur Interfax. Auch ein Fehler der Militärpiloten werde nicht ausgeschlossen, obwohl sie erfahren waren.

Behördenvertreter sagten den russischen Agenturen, die Menschen in der Tupolew hätten "praktisch keine Chance" gehabt. Aus dem Schwarzen Meer vor der südrussischen Stadt Sotschi wurde ein Leichnam geborgen.

Alexandrow-Chor (12 Juli 2013)
DPA

Alexandrow-Chor (12 Juli 2013)

Auf dem Weg zum Neujahrskonzert

Der Alexandrow-Chor habe nach Syrien fliegen sollen, um auf der russischen Luftwaffenbasis bei Latakia ein Neujahrskonzert zu geben, meldeten russische Agenturen. Auch neun Journalisten seien in der Maschine gewesen. Der Kontakt zu dem Flugzeug sei etwa zehn Kilometer nach dem Start über dem Meer abgerissen.

Präsident Wladimir Putin wurde nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow über den Vorfall informiert. Verteidigungsminister Sergej Schoigu organisierte in einer Videokonferenz die Suche nach der Maschine.

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrienkrieg auf der Seite des Präsidenten Baschar al-Assad. Zur Versorgung der Basis Hamaimim betreibt das Verteidigungsministerium einen regen Luftverkehr.

Dabei werden auch alternde Zivilflugzeuge wie die Tupolew eingesetzt.

Anfang Mai hatte das Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen.

sms/dpa/AFP/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.